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Out in the Dark ... Liebe sprengt Grenzen
Out in the Dark ... Liebe sprengt Grenzen
© Pro Fun Media

Kritik: Out in the Dark ... Liebe sprengt Grenzen (2012)


"Out in the dark" beweist wieder einmal, dass israelsche Filmschaffende ein Händchen für gefühlvolles, fast poetisches "Queer-Cinema" haben. Regisseur und Drehbuchautor Michael Mayer kreierte einen hoch emotionalen, überzeugend gespielten schwulen Film, der vor allem mit seinen frischen und unverbrauchten Darstellern zu überzeugen weiß. Mayer – der den Film auch co-produzierte – schrieb auch das Drehbuch zu dieser mal romantischen, mal politischen aber immer außergewöhnlichen Liebes-Geschichte über alle (politischen wie persönlichen) Grenzen hinweg.

Mit Nimr und Roy treffen in einer Tel Aviver Bar zwei junge Männer aufeinander, die – abgesehen von ihrem guten Aussehen – nicht allzu viel gemeinsam haben. Nimr ist ein mittelloser, palästinensischer Student, der davon träumt, eines Tages den Sprung in die Vereinigten Staaten zu schaffen. Er ist ein melancholischer Tagträumer, der aber seine Ziele fest vor Augen hat. Der Israeli Roy hingegen arbeitet erfolgreich als Anwalt in der väterlichen Kanzlei, um das Finanzielle muss er sich keine Sorgen machen. Schon bei dem ersten Aufeinandertreffen der Beiden spürt man das Knistern, das in der Luft liegt. Nach ein paar Treffen beginnen die Zwei schließlich eine innige Liebes-Beziehung, die bald vor einem großen Problem steht: Nimr verliert sein Studentenvisum und ihm droht die Anschiebung nach Palästina. Nicholas Jacob – der hier seine erste große Filmrolle spielt – und Michael Aloni sind zwei ausdrucksstarke Darsteller, die ihre Rollen zu jeder Zeit überzeugend verkörpern. Dies stellt eine der großen Stärken des Films dar. Hingebungsvoll und voller Intensität verkörpern sie die beiden schwulen Männer, vor allem die Liebes-Szenen sind von entwaffnender Intimität und Leidenschaft.

Zudem spricht Regisseur Mayer mit seinem Film auch die israelisch-palästinensische Problematik mit all ihrer politischen Brisanz an. Diese kommt vor allem dann zum Tragen, als Nimr die Abschiebung und damit das Ende der Beziehung droht. Dann wird der (politische) Konflikt auf die persönliche bzw. private Ebene heruntergebrochen und damit auch für den Zuschauer weniger abstrakt und deutlich spürbar. Hübsch anzusehen sind zudem die atmosphärischen, kühlen Bilder der pulsierenden Metropole Tel Aviv bei Nacht, die dem Film eine über weite Strecke hypnotische Optik verleihen.

Fazit: Die beiden charismatischen Hauptdarsteller, die berührenden und intensiven Liebes-Szenen sowie die atmosphärische Bildsprache machen "Out in the dark" zu einem in allen Belangen gelungenen Liebes-Film, der sich zu einem Klassiker des "Queer-Cinema" entwickeln könnte.





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