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La grande bellezza
La grande bellezza
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Kritik: La grande bellezza - Die große Schönheit (2013)


In "La grande bellezza" widmet sich der italienische Star-Regisseur Paulo Sorrentino ganz der italienischen Hauptstadt in all ihren Facetten einschließlich deren High Society. Es ist Sorrentinos sechster Spielfilm und wieder besetzte er die Hauptrolle mit seinem Haus- und Hof-Hauptdarsteller Toni Servillo. Servillo spielte bereits in Sorrentinos großartiger Polit-Satire "Il divo" mit, wurde für seine Leistung sogar mit dem Europäischen Filmpreis bedacht. Seine Premiere feierte "La grande bellezza" auf dem diesjährigen Filmfestival in Cannes. In sommerlich-warme Bilder getaucht, gelingt Regisseur Sorrentino hier ein optisch berauschendes, üppig ausgestattetes Gesellschafts-Drama, das in seinen besten Momenten an Klassiker wie Fellinis "La dolce vita" erinnert.

Der Kinobesucher bekommt hier die einmalige Möglichkeit, mit Jep, einem unwiderstehlichen Zampano und Lebemann, in die materielle Dekadenz der römischen Upperclass einzutauchen. Die Welt der Schönen und Reichen, die glänzende Fassade des luxuriösen, exquisiten Lebenswandels und –stils – das ist die Welt von Jep, einem gefeierten Journalisten und Mitglied eben jener besseren, gehobenen Gesellschaft. Ganz weit oben auf seiner traumhaften Terrasse mit unwiderstehlichem Blick auf das Kolosseum, heißt er die römischen Künstler und Lebenskünstler willkommen. Sorrentino findet für seine Darstellung und Beschreibung des Lebens der High Society sinnliche, poetische und manchmal fast überbordende Bilderwelten.

Die Kamera schwebt durch Rom, durch die engen Gassen ebenso wie über die breiten, von Menschenmassen gesäumten Pracht-Boulevards. Der Zuschauer sieht die bekannten, beliebten Sehenswürdigkeiten ebenso wie kleine, bisher wenig bekannte Orte und Plätze der Stadt. Hier und da mutet "La grande bellezza" daher fast wie eine Art Werbefilm für Rom an. In erster Linie ist "La grande bellezza" aber Sorrentinos schwelgerische Liebes-Erklärung an Rom, eine – wie der Film aufs neuerliche beweist – der prachtvollsten Städte der Welt. Schwelgerisch und schwermütig– so lässt sich der Film vielleicht am treffendsten beschreiben, denn er ist bei aller visueller Pracht vor allem eines: traurig. Traurig in den Momenten, in denen der Protagonist anfängt, über die Liebe und das Leben, über Sinn und Vergänglichkeit nachzudenken. Und für derlei melancholische Gedankenspiele ist Rom wahrlich der treffendste Ort.

Fazit: Prachtvoll bebildertes, üppig ausgestattetes Sittengemälde über die römische High Society und die Erkenntnis, dass alles endlich ist – vor allem das Leben.




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