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Erlöse uns von dem Bösen
Erlöse uns von dem Bösen
© Sony Pictures

Kritik: Erlöse uns von dem Bösen (2013)

Kritiker-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 3 / 5

Der amerikanische Filmemacher Scott Derrickson hat sich mit Werken wie "Der Exorzismus von Emily Rose (2005) und "Sinister" (2012) einen Namen als ein versierter Horrorfilm-Regisseur gemacht. Sein neuester Film "Erlöse uns von dem Bösen" kann das zuletzt erreichte Niveau leider nicht halten. Ein grundsolider Genrefilm ist der Exorzismus-Schocker trotzdem geworden. Die Geschichte ist inspiriert von den Erinnerungen des realen New Yorker Polizisten Ralph Sarchie, der sich aufgrund diverser übersinnlicher Erlebnisse nach Beendigung seiner Dienstzeit einem echten Exorzisten angeschlossen hat. So gewinnt die Erzählung an Glaubwürdigkeit, die sie aufgrund diverser äußerst kruder Szenen durchaus gut gebrauchen kann. Der Film schwimmt auf der aktuellen Exorzismus-Welle, die versucht an bekannte alte Genre-Klassiker anzuknüpfen. Im Gegensatz zu den großen Vorbildern konzentriert sich Scott Derrickson nicht alleine auf die übersinnlichen Vorkommnisse, sondern widmet einen guten Teil der Spielzeit der Polizeiarbeit. Das Ergebnis ist eine Kreuzung aus David Finchers düsterem Neo-Noir "Sieben" (1995) und aus William Friedkins Klassiker "Der Exorzist" (1973).

Entsprechend dieser beiden weitestgehend gleichwertigen Komponenten steht das ungleiche Gespann aus dem Polizisten Sarchie und dem Geistlichen Mendoza im Zentrum der Handlung. Es ist ein Glück für den Film, dass diese Rollen mit Eric Bana ("Wer ist Hanna?") und Édgar Ramírez (der Carlos aus "Carlos - Der Schakal") mit wirklich guten Darstellern besetzt sind. Denn leider sind ihre Figuren vom Drehbuch her sehr klischeehaft angelegt. - Diese Klischeehaftigkeit ist ein durchgehender Makel des Films. - Zwar schafft es Scott Derrickson mit Hilfe eines überbordenden düsteren Sounddesigns und mit bedrohlich finsteren Bildern einiges an Atmosphäre aufzubauen. Dabei greift er jedoch immer wieder ganz tief in Instant-Horror-Film-Tüte, was spätestens dann anfängt zu nerven, wenn plötzlich eine gekreuzigte und ausgenommene Katze (!) an der Wand hängt. In solchen Momenten kommt eine unfreiwillige Komik auf, die noch vom grandiosen Overacting völlig überschminkter "Besessener" getoppt wird. Dem stehen aber immer wieder gelungene Momente ohnmächtiger Verzweiflung inmitten des vom Dauerregen erfassten Großstadtmolochs gegenüber, die das Pendel wieder auf die positive Seite schwingen lassen.

Fazit: Scott Derricksons Exorzismus-Schocker "Erlöse uns von dem Bösen" erfindet weder das Rad neu, noch verfeinert er bekannte Zutaten zu einem Feinschmecker-Gericht. Aber der geneigte Genre-Fan, der sich auch einmal mit solider Hausmannskost begnügt, der wird hier anständig bedient.




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