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Free the Mind - Poster
Free the Mind - Poster
© mindjazz pictures

Kritik: Free the Mind (2012)


Das Experiment, dass die dänische Regisseurin Phie Ambo mit ihrem Film "Free the mind" begleitet und vorstellt, ist hoch spannend und bewegend. Es macht deutlich, dass es neben Psychopharmaka weitere, alternative Behandlungsmöglichkeiten und -methoden von Erkrankungen wie Depressionen oder ADHS gibt und zeigt auf, wie man gegen diese Krankheiten mittels positiver Gedankenkontrolle vorgehen kann.

Richard Davidson zählt nicht nur zu den bedeutendsten Wissenschaftlern unserer Zeit (das Time Magazine wählte ihn kürzlich sogar in ihre Liste der "100 einflussreichsten Menschen der Welt"), er ist auch seit Jahren ein großer Anhänger und Verehrer des Dalai Lama. Der Wissenschaftler führte umfangreiche Fallstudien an tagtäglich meditierenden tibetischen Mönchen durch und untersuchte anschließend, wie mit Hilfe von speziellen Atemtechniken, die emotionale Instabilität der Probanden gemindert werden kann. "Free the mind" ist dabei immer hautnah bei dem Professor und seinem Experiment, die Kamera wird zu einem selbstverständlichen Teil dieser spektakulären Studie und lässt den Zuschauer intensiv an dem Geschehen teilhaben. Dabei startet der Film zunächst mit den harten, ernüchternden Fakten und konfrontiert den Kinobesucher direkt und ungefiltert mit der traurigen Realität: Jeden Monat unternehmen etwa 1000 Irak-Kriegsveteranen einen Suizidversuch. Eine erschreckend hohe Zahl die bewusst macht, welch drastische psychischen Folgen der Kriegseinsatz mit sich bringt und dass der Terror mit dem Ende des Einsatzes längst nicht beendet ist. Regisseurin Ambo gelingt es schnell, ein vertrauensvolles und intimes Verhältnis zu den Probanden aufzubauen. Ohne Hemmungen und Bedenken berichten sie offen über die Dinge, die ihnen wiederfahren sind und weshalb sie an dem Experiment teilnehmen.

"Free the mind" ist bei den Therapiesitzungen dabei und begleitet den Lebensalltag der drei Patienten ausführlich. Schon nach wenigen Sitzungen zeigen sich erste Besserungen und positive Veränderungen. Als Zuschauer wird man Teil dieses Veränderungsprozesses. Positiv an dem Film ist zudem, dass Ambo den Zuschauer - trotz der doch sehr speziellen und komplexen Thematik - nicht mit allzu vielen Informationen und Fachbegriffen erschlägt, und dass die neurologischen Erklärungen mit logischen, gut verständlichen Illustrationen und Animationen erklärt werden. Darüber hinaus macht der Film deutlich, welch ein großes Mysterium das menschliche Hirn nach Jahren der Studien und Untersuchungen doch noch immer ist und dass sich die Forschung noch lange nicht am Ende befindet.

Fazit: "Free the mind" folgt einem der bedeutendsten Hirnforscher der Welt bei einer seiner hoch spannenden, beeindruckenden Studien, psychische Störungen und Erkrankungen durch Meditation und Atemübungen zu heilen.




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