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Große Jungs - Forever Young
Große Jungs - Forever Young
© NFP marketing & distribution

Kritik: Große Jungs - Forever Young (2013)


In dieser französischen Komödie entdecken zwei Männer verschiedener Generationen ein gemeinsames Interesse: die Flucht vor der Ehe und dem Ernst des Lebens. Damit wird das Regiedebüt von Anthony Marciano zum gallischen Pendant der amerikanischen Buddy-Movies wie "Hangover", in denen Männer vorführen, wie lustig es werden kann, wenn sie das Korsett des erwachsenen Benehmens zwischendurch mal ablegen. Gilbert und sein künftiger Schwiegersohn Thomas lassen zuerst richtig die Sau raus, um dann wieder auf Versöhnungskurs gegenüber ihren Frauen zu schwenken. Insofern vergibt sich die Geschichte den Spaß an der Enthemmung gleich selbst und mutiert zur einsichtigen Wohlfühlkomödie.

Diese Doppelkonstruktion bringt es mit sich, dass die Erzählung recht oberflächlich bleiben muss. Gilbert und Thomas beherrschen verschiedene Verhaltensweisen: die Version männlicher Betriebsausflug und auch den Gentleman, der nur eine liebt. Zunächst jedoch konzentriert sich die Handlung genüsslich auf die unkorrekten Ausbrüche des 50-jährigen Gilbert und die exklusive und rebellische Männerfreundschaft, die er mit Thomas aufbaut. Wie es die entsprechenden US-Komödien vorexerziert haben, ist eine ordinäre und sexgeile Sprache unverzichtbarer Bestandteil des Vergnügungstrips. Ein anderer ist das Nachtleben. Weil Gilbert das Geld ausgeht, überredet er Thomas, seinen geliebten Song an den verwöhnten Kinderstar Mimi Zozo (Mélusine Mayance) zu verkaufen. Die Komödie verteilt satirische Seitenhiebe auf das arrogante und gnadenlose Musikgeschäft und schwelgt selbst in einem üppigen Soundtrack. Der von Thomas verehrte Punkrocker Iggy Pop übernimmt sogar eine kleine Sprechrolle.

Die Charaktere sind optimal besetzt mit dem Musiker und Stand-Up-Komiker Max Boublil als Thomas, dem drahtigen Alain Chabat als Gilbert und der zarten, vornehmen Sandrine Kiberlain als Suzanne. Ihr Verhaftetsein im französischen Kosmos bildet den größten Unterschied zu den inhaltlich sonst so ähnlichen US-Komödien. Allerdings hätte das Drehbuch, das der Regisseur gemeinsam mit Boublil verfasste, da noch mehr herausholen können, wenn es auf Überzeichnungen verzichtet hätte. Beispielsweise ist Gilberts Nebenbuhler Claude (François Dunoyer), der Suzanne den Hof macht, so unglaublich reich, großzügig, hilfsbereit und sozial engagiert, dass er damit nicht nur ihr auf die Nerven geht. Der Film wirkt nicht wirklich innovativ, sondern vertraut auf eingefahrene Wege.

Fazit: Auch französische Männer geben gerne der Versuchung nach, dem Beziehungsstress zu entfliehen und die Sau rauszulassen: Die Komödie "Große Jungs - Forever Young" setzt auf das Erfolgsrezept amerikanischer Filmvorbilder und bietet oberflächliche, harmlose Unterhaltung.





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