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You Drive Me Crazy
You Drive Me Crazy
© Real Fiction

Kritik: You Drive Me Crazy (2012)


Um kulturelle Unterschiede und verschiedene, länderspezifische Mentalitäten dreht sich alles in der sympathischen und amüsanten Dokumentation "You drive me crazy" der beiden Filmemacherinnen Andrea Thiele und Lia Jaspers. "You drive me crazy" erlebte seine Premiere im vergangenen Jahr auf der DOK-Leipzig, damals noch unter dem ursprünglichen Titel "And who taught you to drive?". Thiele und Jaspers begleiten in ihrem Film drei aus völlig unterschiedlichen Kulturen stammende Personen bei dem Versuch, in ihrer neuen Heimat eine der essentiellen Voraussetzungen für Unabhängigkeit und Mobilität zu erlangen: den Führerschein. Aus finanziellen Gründen waren die beiden Filmemacherinnen darauf angewiesen, ihre Hauptdarsteller über Skype zu casten. Nachdem sie drei charismatische Protagonisten gefunden hatten, machten sich Thiele und Jaspers in die jeweiligen Länder auf und begleiteten ihre Hauptpersonen einen Monat lang auf dem harten, beschwerlichen Weg zum Führerschein. Herausgekommen ist ein schräger, über weite Strecken herrlich komischer kleiner "Culture clash", der von seinen liebenswürdigen Hauptpersonen lebt.

Andere Länder, andere Verkehrssitten – Jake, Mirela und Hye-Won fällt es nicht leicht, sich auf den Straßen ihrer neuen Heimat zurechtzufinden. Und als wären die neuen Verkehrsregeln noch nicht genug, machen es auch die Fahrlehrer ihren Schülern mit ihren speziellen Eigenarten alles andere als leicht. Der Schwerpunkt des Films liegt auf den Fahrstunden und auf dem kleinen Kosmos des Autos, in dem Fahrschüler und –lehrer versuchen müssen, trotz erheblicher Sprachbarrieren miteinander zu kommunizieren. Das sorgt für etliche witzige Szenen und Momente, etwa, wenn die zarte Hye-Won von ihrem grantelnden, brummigen Fahrlehrer, dem Münchener Original Christian Krieger, nach einem Fehler wieder einmal in die Schranken gewiesen wird. Oder wenn die energiegeladene Mirela mit ihrem aufbrausenden Charakter und ihrer zügigen Fahrweise ihrem Fahrlehrer und dem Übersetzer, der bei jeder Fahrt dabei ist, den Angstschweiß auf die Stirn treibt.

Der Clou an dem Film ist, dass die unterschiedlichen Straßenverkehrsordnungen und Verkehrsbedingungen in Japan, Indien und Deutschland als Metaphern für die jeweiligen nationalen Mentalitäten gelesen werden können: Während in Deutschland alles geordnet und gesittet streng nach einheitlichen Regeln auf eine gewisse Art perfektionistisch verläuft, gestalten sich die die Dinge in den Metropolen Tokio und Mumbai doch grundlegend anders – wie Jake und Mirela am eigenen Leib erfahren müssen.

Fazit: "You drive me crazy" ist eine sympathische, mit vielen witzigen Momenten gespickte kleine Dokumödie, die ihre drei liebenswerten Protagonisten auf dem beschwerlichen Weg zum Führerschein in der neuen Heimat begleitet.





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