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Die mit dem Bauch tanzen - Poster
Die mit dem Bauch tanzen - Poster
© Zorro Film

Kritik: Die mit dem Bauch tanzen (2013)


Wer alt wird, hat's nicht leicht. Vor allem Frauen leiden unter den Begleiterscheinungen des Alters: Schlaffe Haut, Hängebrüste und Fettpölsterchen sind nur einige der ungeliebten Nebeneffekte, wenn Frau in die Jahre kommt. Die Wechseljahre haben noch jede Frau ins Schwitzen gebracht - so denkt zumindest die 28-jährige Filmemacherin Carolin Genreith aus der Nordeifel, die sich selbst gerade in einer Phase des Zweifelns und der Orientierung befindet. Im Auftrag des WDR wollte die Regisseurin eigentlich einen 45-Minuten-Beitrag für die Sendereihe "Hautnah" über die Tücken und Probleme der Wechseljahre machen.

Sie machte sich auf den Weg in ihre Heimat, das Eifeldörfchen Konzen, um dort ihre Mutter sowie deren Freudinnen zu besuchen und für den TV-Beitrag zu befragen. Doch anstatt auf frustrierte Frauen jenseits der Fünfzig zu treffen, die sich den Schwierigkeiten des Alterns hilflos ausgeliefert fühlen, wurde sie eines Besseren belehrt: Ebenso wie ihre gleichaltrigen Freundinnen geht die Mutter von Genreith nämlich einem recht ungewöhnlichen Hobby nach, das die gestandenen Damen mit einer gehörigen Portion Lebensfreude und Selbstwertgefühl ausstattet: dem Bauchtanzen. Die grundsympathische Dokumentation "Die mit dem Bauch tanzen" porträtiert diese Gruppe von lebensfrohen Frauen, die beweisen, dass man den Wechseljahren auch anders entgegentreten kann als mit Botox und Anti-Falten-Creme. Das Ergebnis ist ein charmanter kleiner Doku-Film, der von der Nähe der Filmmacherin zu ihren Protagonistinnen und der positiven Grundstimmung lebt.

Es ist schon sehr amüsant mit anzusehen, wie überrascht und verdutzt die Filmemacherin ist, als sie sieht, wie ihre eigene Mutter mit dem Thema "Altern" umgeht. Mittwoch für Mittwoch trifft sich diese mit ihren Freudinnen, legt die Alltagsklamotten beiseite, bindet sich ihren paillettenbesetzten Gürtel um und fängt an, lustvoll die Hüften kreisen zu lassen. "Die mit dem Bauch tanzen" rückt die Mutter und ihre befreundeten Bauchtänzerinnen in den Mittelpunkt und porträtiert eine Gruppe von Frauen, die sich entschlossen hat, sich dem Altwerden nicht einfach so zu ergeben. Der Zuschauer erlebt Frauen, die vor Lebenslust und Selbstbewusstsein nur so strotzen und keine Sekunde mit Wehmut in die Vergangenheit zu blicken scheinen. Dass sich die Damen vor der Kamera so offen und ohne Berührungsängste zeigen, ist dabei der Fähigkeit von Genreith geschuldet, eine Atmosphäre der Nähe und des Vertrauens zwischen allen Beteiligten zu schaffen.

Bei all der Lebensfreude und der fröhlich-ausgelassenen Stimmung, die der Film vermittelt, kommen die Sehnsüchte und Ängste der Regisseurin (immerhin Ausgangspunkt des ganzen Projekts) und ihrer Generation am Ende zwar ein wenig kurz, dennoch schafft es "Die mit dem Bauch tanzen", dem leidigen Thema des Alterns positive Aspekte und Sichtweisen abzugewinnen.

Fazit: Ausgelassene, eine positive Stimmung vermittelnde Doku über eine Gruppe von Frauen jenseits der 50, die Falten und Hängebrüsten den Kampf angesagt haben.





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