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Slow - Langsam ist das neue Schnell - Ein...oster
Slow - Langsam ist das neue Schnell - Ein Schnecken-Tag - Poster
© barnsteiner-film

Kritik: Slow - Langsam ist das neue Schnell - Ein Schnecken-Tag (2012)


Kaum zu glauben aber wahr, dreht sich in dem stimmungsvollen Doku-Film "Slow" alles um die allseits bekannten, langsamen Weichtiere: um Schnecken. "Obwohl sich die kleinen, glitschigen Tierchen überall in unserem Lebensraum befinden, so werden sie doch nur sehr selten wahrgenommen. Hier gehört die ganze Zeit einmal uneingeschränkt ihnen." So steht es in einem Pressetext zum Film geschrieben, und die Formulierung "uneingeschränkt" trifft den Nagel auf den Kopf. Knapp 90 Minuten lang steht in diesem Film einzig die Schnecke im Zentrum der Ereignisse. Wobei man auch nicht wirklich von "Ereignissen" sprechen kann, schließlich kommt in "Slow" so etwas wie ein Plot gar nicht vor, auch ein echter Spannungsbogen ist nicht auszumachen. Dass der Film dennoch funktioniert und sich als etwas andere, aber dennoch hochinteressante Reise in unsere Natur entpuppt, ist vor allem dem ruhigen Inszenierungsstil sowie den meditativen Bildern zu verdanken.

Der Filmemacher Sascha Seifert hat sich in seinem filmischen Werk ganz den kleinen, glitschigen Tierchen verschrieben. Bereits vor vier Jahren widmete er sich mit dem mittellangen "Wonderful on Cruise Control" dem Leben und der natürlichen Umgebung der Schnecken. In "Slow" kann Seifert seinem Lieblingsthema nun in Spielfilmlänge seine ganze Aufmerksamkeit zukommen lassen. Passend zum ökologischen Sujet des Films hat sich das produzierende Filmstudio auch in der Herstellung umweltfreundlich gezeigt: "Slow" wurde in einem Radius von nur wenigen Kilometern rund um das Firmengebäude im Stuttgarter Stadtwald gedreht. Der Film zählt ohne Frage zu den außergewöhnlichsten Dokumentationen der letzten Zeit und als Zuschauer sollte man im Vorfeld schon in etwa wissen, auf was man sich hier einlässt. Nur, um eine mögliche Enttäuschung aufgrund fehlender Handlung und Protagonisten zu vermeiden. "Slow" versteht sich als meditative Reise in unsere, den Menschen umgebende, Natur.

Schnecken kommen in unserer Umgebung fast überall vor. Egal ob in Büschen, auf Bäumen oder Feldern - überall sind sie zu finden und bewegen sich dabei in ihrem ganz eigenen Tempo vorwärts ohne dabei den Druck und die Schnelllebigkeit der Welt um sie herum zu spüren. "Slow" zeigt die Tiere beim Liebesakt, auf der Suche nach Nahrung oder einfach nur beim Umherkriechen in der Gegend. Zugegeben, die dabei entstandenen schwelgerischen, poetischen Bilder sorgen nach etwa einer Stunde für erste leichte Ermüdungserscheinungen, dennoch funktioniert der Film sehr gut, um sich auf einen entspannten und entspannenden Trip in die faszinierende Welt der Schnecken einzulassen. Dazu sind die Bilder mit wohltuender Musik unterlegt, die zur Sanftheit und der beruhigenden Wirkung der Bilder beitragen.

Fazit: Eine Dokumentation der etwas anderen Art: "Slow" zeigt in wohltuenden, poetischen Bildern die Welt der Schnecken und erweist sich als gelungener meditativer Trip, um der Schnelllebigkeit und Hektik unseres Alltags zu entfliehen.





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