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Kritik: Big Eyes (2014)

Kritiker-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 2 / 5

"Big Eyes" ist der erste Film von Regie-Visionär Tim Burton seit dem "Dark Shadows"-Flop von 2012 und dem Schwarz-Weiß-Stop-Motion-Film "Frankenweenie" aus demselben Jahr, der ebenfalls an der Kasse unterging. Insofern steht der große Burton mit "Big Eyes" wohl zum ersten Mal in seinem Filmemacher-Leben gehörig unter Erfolgsdruck. Ausnahmsweise arbeitete Burton hier mal nicht mit seinem Stamm-Hauptdarsteller Johnny Depp zusammen, dennoch konnte er einige große Namen und Berühmtheiten aus der Kino- und Film-Welt für sich gewinnen: von Christoph Waltz und Amy Admas über Jason Schwartzman bis hin zu Krysten Ritter und Jon Polito. "Big Eyes" wurde bereits 2013 abgedreht.

Die altgedienten Fans von Tim Burton und seinen schrillen, bonbonbunten Welten sowie skurrilen Figuren werden vermutlich die größten Schwierigkeiten haben mit diesem insgesamt doch zu konventionell geratenen Mix aus Drama, Kunst-Satire und Komödie. Geradlinig und ohne große Überraschungen legt Burton hier ein handwerklich solide umgesetztes Werk vor, dass sich jedoch zu oft einfach nicht entscheiden kann, ob es lieber emotional-melancholische Künstler-Biografie oder mit satirischem Witz garnierte Kunst- und Künstler-Satire sein will. Ab und zu erinnert der Film sogar an ein Ehe-Drama, wenn Margaret mal wieder unter der selbstverliebten, egomanen Art ihres Mannes zu leiden hat. Hier hätte dem Film mehr Mut für lediglich ein Konzept bzw. eine deutlichere Genre-Zuweisung gut getan.

Darstellerisch kann er hingegen insgesamt überzeugen, wobei vor allem Amy Adams großartig aufspielt. Sie legt ihre Figur als zarte, zerbrechliche und ungemein talentierte Künstler-Seele an, die viele Jahre später die meiste Zeit der eine Dekade währenden Ehe mit Walter als "Hölle auf Erden" bezeichnete. Ein wenig überzeichnet und überkandidelt spielt Christoph Walzt den eiskalten Marketing-Experten und durchtriebenen Charmeur, der die Kunstwelt, die Presse und auch angesehene Kunstkenner genüsslich um den Finger wickelt und letztlich vorführt. Hinsichtlich der Optik und der visuellen Gestaltung des Films, ist dann aber doch immer wieder mal die Handschrift vom Meister des Abseitigen, Tim Burton, zu spüren, wenn auch nur kurz. Die Bilder haben hier und da einen edel-geschmeidigen, pastellfarbenen Ton und die 60er-Jahre Kulissen und Settings fügen sich perfekt in die Farbgebung des Films ein.

Fazit: Lediglich durchwachsenes, tragikomisches Biopic, das uninspiriert und unmotiviert zwischen den Genres pendelt und die Burton-typische Verspieltheit und Skurrilität vermissen lässt.




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