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Gloria - Poster
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© Alamode Film

Kritik: Gloria (2012)


Mit "Gloria" liefert Regisseur Sebastián Lello ein hervorragend gespieltes und eindrucksvolles Porträt einer Frau ab, die ihre Sehnsucht nach Liebe mit Stärke zu vereinbaren weiß. Im Gegensatz zu dem Ex-Marina-Angehörigen Rodolfo und ihrem Ex-Mann ist Gloria mit sich und ihrer Vergangenheit im Reinen. Sie hat die Scheidung verarbeitet, die Enttäuschungen verkraftet und steht nun einer neuen Chance mit Rodolfo gegenüber. Mit ihm könnte sie die Gefühle erleben, die in den Liedern besungen werden, die sie immer hört. Tatsächlich verläuft anfangs alles gut. Sie erleben aufregende Dinge, haben tollen Sex und er liest ihr sogar Gedichte vor. Doch er will sie nicht seinen Kindern vorstellen – oder schafft es wenigstens, ihre Anrufe zu ignorieren.

Dabei drückt Paulina Garcías nuanciertes Spiel, das ihr völlig zurecht den Darstellerpreis bei der Berlinale einbrachte, Glorias Gefühle aus. Auf der einen Seite wünscht sie sich, dass diese Beziehung funktioniert und sie eine gemeinsame Zukunft haben. Aber sie kann auf der anderen Seite die ständigen Zurückweisungen nicht hinnehmen. Paulina García lässt Glorias Gefühlsleben auf der Leinwand sichtbar werden. Dabei lässt sich Sebastián Lello in seiner Regie von seiner Hauptdarstellerin leiten und unterstützt ihr Spiel mit einer beiläufigen Inszenierung. In „Gloria“ ist Sex zwischen über 50-Jährigen selbstverständlich, wird Glorias Sehnsucht durch das Mitsingen von Liedern gezeigt. Dadurch entsteht eine große Nähe zu dieser Figur, die voller Hoffnung und Mut ist. Außerdem entsteht niemals der Eindruck, Gloria brauche diese Beziehung. Ihr Leben als Single ist manchmal mühsam und einsam. Aber sie ist nicht verzweifelt auf der Suche nach einem Mann. Vielmehr wird sie auch eine weitere Enttäuschung verkraften. Denn Gloria ist eine starke Frau.

Fazit: "Gloria" ist ein beeindruckendes gespieltes und mitreißendes Porträt einer fast 60-jährigen Frau – ein Höhepunkt der Berlinale.





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