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Nobody's Daughter Haewon - Plakat
Nobody's Daughter Haewon - Plakat

Kritik: Nobody's Daughter Haewon (2013)


Das Drama "Nobody's Daughter Haewon" des südkoreanischen Regisseurs Hong Sangsoo portraitiert die Gefühlswelt der jungen Studentin Haewon (Jung Eunchae). Diese wird als Einzelgängerin mit einem Faible für europäische Literatur dargestellt. Ihre Mutter zieht nach Kanada. Ein vorerst letzter gemeinsam verbrachter Tag der beiden beleuchtet ihr Verhältnis zueinander. Einerseits scheint Haewon ihrer Mutter sehr verbunden, andererseits wirkt es, als wäre die Mutter schon längere Zeit nicht mehr präsent in ihrem Leben. Zumindest drängt sich diese Vermutung auf, da die Mutter von Haewons Leben nicht viel zu wissen scheint. Um ihre Einsamkeit zu kompensieren trifft sich Haewon mit ihrem Professor Seongjun (Lee Sunkyun), mit dem sie vor einiger Zeit eine geheime Affäre hatte. In langen Spaziergängen durch das sogenannte West Village von Soul und die historischen Burganlage Fort Namhan sprechen sie über ihre Beziehung. Seongjun ist verheiratet, Vater und nicht bereit dies für Haewon aufzugeben. Trotzdem hängt er an ihr. Als sie auf eine Gruppe von Kommilitonen treffen, betrinken sie sich mit diesen und ihre Affäre wird öffentlich. Auch erfährt man die Vorurteile der Mitstudenten, die von der anglophilen Haewon, die als Kind mehrere Jahre in London lebte, nicht viel halten: "Sie gehört nicht nach Korea!"

Das alles bildet den Plot dieses Films. Leider wirken die Dialoge, wie auch die Bilder oft sehr befremdlich. Es scheint, als müsse man die Gefühle der Protagonisten aus dem Gesprochenen erahnen. Jedoch sind auch die Dialoge oft sehr hölzern und wirken konstruiert. Kommt es dann doch einmal zu einem Gefühlsausbruch, ist dieser theatralisch überzogen. So beispielsweise in einer endlos wirkenden Szene, wenn im rauschenden Walkman des Dozenten Seongjuns der zweite Satz von Beethovens siebter Symphonie erklingt und dieser schluchzend in besagter Burganlage der Beziehung zu Haewon nachtrauert. Sangsoo zeigt in verschiedenen, teilweise kafkaesk anmutenden Szenen seine Protagonistin, ohne schließlich etwas über sie zu erzählen. Somit bleibt die Frage: "Was will uns der Filmemacher da eigentlich sagen?"

Fazit: Ein unkonventioneller Film über die Gefühlswelt einer jungen Frau, der sich leider in experimenteller Machart verfängt. Eher etwas für hartgesottene Fans des Arthaus Kinos.





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