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Aschenbrödel und der Gestiefelte Kater
Aschenbrödel und der Gestiefelte Kater
© Märchenfilm

Kritik: Aschenbrödel und der Gestiefelte Kater (2013)


Bei dem einstündigen (!) Kinderfilm "Aschenbrödel und der gestiefelte Kater" führte Torsten Künstler Regie, der in den vergangenen Jahren an so ziemlich jedem Kinokassen-Hit aus Deutschland beteiligt war. So führte er z.B. bei den Til-Schweiger-Werken "Kokowääh" oder "Zweiohrküken" Co-Regie, aber auch bei den Schweighöfer-Rennern "What a man" oder "Schlussmacher" war er als Regie-Assistent beteiligt. Sein erster eigener Film ist nun etwas ganz besonderes, da er die Welt der Kinderfilme zu revolutionieren versucht: "Aschenbrödel und der gestiefelte Kater" ist der erste Film des Projekts "Mitmachkino", das die jungen Zuschauer dazu animiert, während des Films zu klatschen oder zu singen, die Vorkommnisse auf der Leinwand laut zu kommentieren oder eine Choreographie zu tanzen. Hierbei handelt es sich um eine sympathische Idee, die versucht, den Kindern den guten alten Theaterbesuch schmackhaft zu machen.

Die Handlung von "Aschenbrödel und der gestiefelte Kater" ist im Prinzip nur überflüssiges Beiwerk, das jedoch benötigt wird, damit um die Hauptattraktion des Films einer glaubwürdiger Rahmen gebettet werden kann. Die gespielten Szenen sind dann natürlich auch nicht das Entscheidende. Zum Glück, denn diese ersten Minuten des Films wirken stark aufgesetzt und könnten hinsichtlich Optik und des darstellerischen Könnens der Schauspieler auch einem auf Hochglanz getrimmten, kitschig-schmalzigen "Merci"-Weihnachts-Werbespot entsprungen sein. Nach wenigen Minuten tritt dann ein erstes Highlight des Films zu Tage, dessen Machart und Ziele nun deutlich werden: der Zuschauer wird Teil der Theaterstücke "Aschenbrödel" und "Der gestiefelte Kater", aufgeführt von den ungemein begabten, großartigen Darstellern des Hexenkessel Hoftheaters der Berliner "Märchenhütte". Diese sind voll in ihrem Element und agieren mit viel Feingefühl und Ruhe, so dass auch die Kleinsten dem Geschehen problemlos folgen können.

Alle paar Augenblicke erscheint am unteren rechten Bildrand der Märchenbär "MiKi" (von "MItmachKIno", eine Art Erklärbär), der das Publikum zum fröhlichen Mitmachen animiert, sei es klatschen, singen, spielen oder tanzen. Ein großer Spaß für die kleinen Zuschauer, denen so zudem wieder Lust auf den Besuch eines "realen" Theaters gemacht wird. Das macht dann auch die überflüssigen Realfilm-Szenen schnell vergessen. Ein letzter kleiner Kritikpunkt allerdings: ein paar Minuten länger hätte der Film dann schon laufen können. Selbst Sechsjährigen ist es zuzumuten, mal 75 Minuten am Stück sitzen zu bleiben und sich zu konzentrieren. Schließich erlaubt die Umsetzung des Films ja den Abbau überschüssiger Energie und die Theaterstücke fesseln bis zum letzten Augenblick.

Fazit: "Event-Kino" für die Kleinsten - Der erste "Mitmach"-Film der Geschichte überzeugt mit herausragend gespieltem Kindertheater und einer liebevollen Umsetzung. Das sorgt für Spaß und Abwechslung bei Groß und Klein und macht die überflüssige Rahmenhandlung schnell vergessen.





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