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Un Amor - Eine Liebe fürs Leben
Un Amor - Eine Liebe fürs Leben
© Kairos Film

Kritik: Un Amor - Eine Liebe fürs Leben (2011)


"Un Amor" ist der dritte Spielfilm der argentinischen Regisseurin Paula Hernández, die 2008 mit ihrem international ausgezeichneten Film "Im Regen des Südens" ihren Durchbruch feierte. Sie ist bereits seit den späten 80er-Jahren in der Filmindustrie tätig und begann ihre Karriere mit dem Inszenieren von Kurzfilmen. Mit "Un Amor" gelingt ihr nun ein melancholischer, schwelgerischer Film über die Themen Sehnsucht, Jugenderinnerungen und die große Liebe. Vor allem mit seinen schauspielerischen Leistungen kann der Film überzeugen und das, obwohl fast ausschließlich mit jungen, unerfahrenen Laien-Darstellern gedreht wurde.

"Un Amor" erzählt die Geschichte einer Dreiecksbeziehung in der argentinischen Hauptstadt Buenos Aires aus der Sicht von Lisa, einer Frau, in der Mitte ihrer Lebens, die sich entschließt, ihre beiden Liebhaber aus der Schulzeit aufzusuchen. Mittlerweile sind 30 Jahre vergangen, Lisa möchte aber unbedingt wissen, was aus den beiden Männern von damals geworden ist. Gemeinsam mit dem Zuschauer taucht sie ein in eine Welt voller melancholischer, schöner (Jugend-)Erinnerungen, die in Form von langen Rückblenden immer wieder die unbeschwerte Zeit, die die drei miteinander hatten, aufzeigt. Regisseurin Paula Hernández und ihrem Team gelingt dabei das Kunststück, die Erinnerungen bzw. Zeitsprünge zurück in die 70er-Jahre optisch deutlich von der Gegenwarts-Handlung und –Optik abzuheben. Die Bilder aus der Vergangenheit sind voller warmer Farben und beinhalten fast sinnliche Lichtkontraste, welche die große Leichtigkeit und Unbeschwertheit jener Tage visuell bekräftigt und deutlich macht.

Als weiteres stilistisches Mittel setzt Hernández bei den Szenen aus der Jugend auf eine wesentlich unruhigere Kameraführung, die manchmal fast in Richtung "Wackelkamera" übergeht. Laut eigener Aussage wollte die Regisseurin damit die Jugendjahre so energiestrotzend und kraftvoll wie möglich darstellen. Und es ist ihr gelungen. "Un Amor" umschifft darüber hinaus konsequent die Gefahren, in allzu politische Gewässer abzudriften, spielen doch die Jugendjahre – die über die Hälfte des Films ausmachen – vor dem Hintergrund der argentinischen Militärdiktatur. Diese Thematik streift der Film aber nur am Rande und konzentriert sich voll und ganz auf die emotionale, sensible Liebesgeschichte zwischen den drei Protagonisten. Die Schauspieler, im Besonderen die jugendlichen Laien-Darsteller, harmonieren prächtig und verkörpern ihre Figuren zu jeder Zeit glaubwürdig und lebensecht.

Fazit: "Un Amor" ist ein großartig gespielter, warmherziger und sensibel erzählter Film über die Themen Sehnsucht, Jugenderinnerungen und die ganz große Liebe.





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