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Das finstere Tal
Das finstere Tal
© X Verleih

Kritik: Das finstere Tal (2014)

Kritiker-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 5 / 5

Der deutschsprachige Genrefilm glänzt nach wie vor weitestgehend durch seine schlichte Abwesenheit. Wenn doch mal ein entsprechender Film erscheint, orientiert sich dieser in der Regel an bekannten amerikanischen Vorbildern. Nicht selten ist er sogar so schlecht, dass man sich wünscht, er wäre nie erschienen. "Das dunkle Tal" ist die berühmte Ausnahme, welche die Regel bestätigt. Es musste ja irgendwann einmal kommen, dass hierzulande ein Genrefilm entsteht, der so gut ist, dass er international konkurrieren kann. Dass dies jedoch ausgerechnet ein Western sein würde, hätte sicherlich niemand voraussehen können. Darüber hinaus versucht der Film auch keineswegs seine europäische Herkunft zu verschleiern, sondern spielt explizit in den Alpen. Dem entsprechend sprechen die Dorfbewohner einen recht breiten Dialekt. Nur Greider wird mit Sam Riley von einem Amerikaner gespielt. Dessen Akzent entspricht seiner Rolle im Film.

"Das finstere Tal" ist die filmische Umsetzung des gleichnamigen Erfolgsromans von Thomas Willmann. Bei dieser Verfilmung hat der bereits Genrefilm erprobte Österreicher Andreas Prochaska ("In 3 Tagen bist du tot") Regie geführt. Der Film besticht durch seine beeindruckende Atmosphäre, die aus dem Zusammenspiel der großartigen Bilder von Kameramann Thomas Kienast und der düster-bedrohlichen Musik von Matthias Weber entsteht. Es sind gewaltige Bergpanoramen und Impressionen von mächtig aufragenden, kahlen Baumgipfeln, welche die Verlorenheit der hier lebenden Menschen in Bilder übersetzen. Doch ist die Ausgeliefertheit an die Kräfte der Natur noch das geringste Leiden dieser Dorfgemeinschaft. Dieser Ort hat seine ganz eigene perverse Ordnung, die jedoch niemand in Frage zu stellen wagt.

"Das finstere Tal" nimmt sich viel Zeit, um ganz langsam eine immer stärker zunehmende Atmosphäre der Bedrohung aufzubauen. Dies ist ein radikaler Gegenentwurf zu den zur Zeit groß in Mode befindlichen von Action dominierten Genrefilmen. Der Film bleibt selbst dann sehr ruhig und kontrolliert, als endgültig die Hölle losbricht. Genau hierin zeigt sich die große Kraft und Coolness dieses Werks der Filmkunst. Die Verbindung einer als archaisch gezeichneten Dorfgemeinschaft mit der beeindruckenden Naturgewalt der Alpen verleiht dem Geschehen zudem eine existentielle, wenn nicht gar eine mystische Dimension. Dies ist ein verdammt kraftvoller und beeindruckender Film, wie man ihn hierzulande sehr gerne häufiger sehen würde.

Fazit: Der deutsch-österreichische Western "Das finstere Tal" ist ein sehr kraftvoller Film, der mit seiner Verbindung aus Atmosphäre und Coolness brilliert.





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