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Fallen - Engelsnacht
Fallen - Engelsnacht
© Relativity EuropaCorp Distribution

Kritik: Fallen - Engelsnacht (2016)

Kritiker-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 2 / 5

"Fallen – Engelsnacht" ist die Adaption des ersten Bandes der überaus erfolgreichen, vierteiligen Young-Adult-Romanserie von Lauren Kate. Das Drehbuch-Team Michael Arlen Ross, Kathryn Price und Nichole Millard und der renommierte Regisseur Scott Hicks ("Shine – Der Weg ins Licht", "Schnee, der auf Zedern fällt") haben aus dem Stoff einen ausgesprochen kitschigen Fantasy-Film im unverkennbaren Stil der "Twilight"-Reihe gemacht, welcher streckenweise extrem wirr erzählt und zudem unfreiwillig komisch in Szene gesetzt wird.

Der Umgang mit christlicher Mythologie wirkt oberflächlich; die episch angelegte, mit einem Fluch einhergehende love story zwischen der Protagonistin Lucinda und dem gefallenen Engel Daniel erweist sich mit ihrem Reinkarnations-Motiv bei genauerer Betrachtung als wenig stimmig, da das Verhalten von Daniel und dessen Clique kaum Sinn ergibt. Auch der Dreieckskonflikt zwischen Lucinda, Daniel und dem aufsässigen Cam mutet forciert an und erzeugt keine Spannung – vielmehr führt er zu einigen recht albernen Momenten, in denen sich die beiden jungen Männer auf kindische Weise um die adoleszente Heldin streiten. Auf visueller Ebene wartet "Fallen – Engelsnacht" mit ein paar durchaus atmosphärischen Bildern auf; das alte Internatsgebäude und dessen Umgebung bieten zweifelsohne eine dankbare Kulisse für eine melancholische Coming-of-Age-Geschichte. Dennoch haftet der Inszenierung – etwa durch die aufdringliche Pop-Musik, die mangelhafte Schauspielführung und die mäßigen Effekte – stets etwas Unbeholfenes an.

Addison Timlin ("Odd Thomas") darf als Lucinda nur in vereinzelten Passagen ihr Talent zeigen; gegen die schwachen Dialoge kann sie nicht ankämpfen. Noch deutlich schlechter schlagen sich ihre Co-Stars Jeremy Irvine ("Gefährten") und Harrison Gilbertson ("Need for Speed"), die als schwermütig-introvertierter Romantiker beziehungsweise als Revoluzzer in schwarzer Lederjacke durchweg nicht zu überzeugen wissen. Während Joely Richardson ("Nip/Tuck") in ihrer Rolle als Religionsphilosophie-Lehrerin und Bibliothekarin weitgehend verschenkt wird, sorgt Lola Kirke ("Mozart in the Jungle") immerhin für eine Prise Humor zwischen Weltschmerz, Liebesschwüren, Pathos und (Himmels-)Kämpfen.

Fazit: Eine kaum gelungene Jugendbuch-Verfilmung mit zahlreichen Ungereimtheiten. Weder die Fantasy-Anteile noch der Liebesplot vermögen zu funktionieren; auch darstellerisch ist das Werk nicht reizvoll genug.




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