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Fuck for Forest
Fuck for Forest
© Against Gravity

Kritik: Fuck for Forest - Ficken für den Regenwald (2012)


Die beiden Gründer der Bewegung "Fuck for Forest", Tommy Hol Ellingsen und Leona Johansson, zogen vor einigen Jahren ins liberale Berlin, um von dort aus den Verkauf und die Produktion ihrer selbstinszenierten pornografischen Filme voranzutreiben. Zuvor waren die Beiden aufgrund ihrer freizügigen Aktionen und Ideen bereits häufiger mit den norwegischen Behörden in Konflikt geraten. Von Berlin aus lässt sich der Umweltschutz daher wesentlich einfacher betreiben und zielgerichteter umsetzen. "Fuck for Forest" zeigt Tommy und Leona sowie ein paar andere Mitglieder bei der Durchführung einiger ihrer Aufsehen erregenden "Happenings", so z.B. auf dem alljährlich stattfindenden Karneval der Kulturen in Berlin.

"Fuck for Forest" ist natürlich in erster Linie aus dem Grund erfrischend anders und extrem unterhaltsam geraten, da die porträtierte Organisation eine ziemlich spezielle und außergewöhnliche ist, die es so nicht alle Tage zu sehen und zu erleben gibt. Eine Bande von weltoffenen Neo-Hippies, die in einer großen Wohngemeinschaft lebt und den Geschlechtsakt nicht bloß aus reinem Zeitvertreib vollzieht, sondern ein durchaus ernstes und ernst gemeintes Ziel verfolgt: die Rettung des Regenwaldes. Freilich beleuchtet der polnische Regisseur Marczaks das (sexuelle) Tun und Treiben der Aktivisten mit einem gewissen Augenzwinkern, jedoch stimmt er in der zweiten Hälfte seiner Doku deutlich weniger fröhliche und luftige Töne an und rückt den ernsten Hintergrund bzw. das eigentliche Ziel der freizügigen Aktionen (die Rettung der Natur) ins Zentrum der Aufmerksamkeit.

So kommt es zu einer inhaltlichen Zweiteilung des Films: während die erste Hälfte die Arbeit der Organisation in Berlin zeigt, also dort spielt, wo das Geld erwirtschaftet wird, zeigt die zweite Hälfte den Ort, an dem das Geld eingesetzt wird: die Regenwälder im Amazonas. Das Besondere an dem Film ist dabei, dass er zu keinem Zeitpunkt die Balance zwischen diesen beiden "Welten", diesen unterschiedlichen Film-Hälften, verliert. "Fuck for Forest" verbindet diese gekonnt miteinander zu einer stimmigen Dokumentation der besonderen Art.

Fazit: Sex sells: Ebenso außergewöhnlicher wie unterhaltsamer Blick auf eine Gruppe weltoffener, sympathischer Neo-Hippies, die zugunsten der Rettung des Regenwaldes pornografische Inhalte produzieren und verkaufen.





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