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Der Tag wird kommen - Poster
Der Tag wird kommen - Poster
© Alamode Film

Kritik: Der Tag wird kommen (2012)


Die Regisseure Kervern und Delépine konfrontieren in ihrer rücksichtslosen, pechschwarzen Anarcho-Komödie ihre zwei Protagonisten mit der kümmerlichen Konsumgesellschaft unserer Zeit. Damit weisen die beiden erfolgreichen Filmemacher auf ihre ganz eigene Weise auf die Missstände der Gegenwart hin. Geschickt üben die Beiden mit ihrem Krawall-Witz und den derben Späßen – hinter vorgehaltener Hand aber dennoch ganz offen – Kritik an unserer Gesellschaft, in der Leistung, Erfolg und Geld zu den wichtigsten Erfolgsfaktoren geworden sind. Die hohe Dichte an burlesken Witzen und hysterischen Slapstick-Einlagen führt freilich dazu, dass nicht jeder Gag voll zündet, aber das ist zu verschmerzen.

Höhepunkte des Films sind die turbulenten Szenen, die sich auf dem Parkplatz eines Einkaufszentrums abspielen, auf dem die beiden Chaoten allerlei Schabernack treiben (etwa mit einem Einkaufswagen) oder der Moment, in dem sich Jean-Pierre an einer Tankstelle mit Benzin überschüttet, nur um wenig später – allerhand militante Parolen brüllend – zu versuchen, sich in einer riesigen Einkaufshalle vor den Menschenmassen anzuzünden. Aber natürlich klappt nicht einmal das. Wenn schon alles schiefgeht, dann doch bitte richtig. Ein weiteres komödiantisches Schmankerl des Films ist der Auftritt von Gérard Depardieu als "das Oroakel"mit bunter Wollmütze, das aus Reiswein die Zukunft zu lesen vermag. Der Humor in "Der Tag wird kommen"ist überspitzt und heftig, aber er wird nie beleidigend oder demütigend. Und das ist eine große Kunst.

Fazit: Mit überspitztem Humor, spektakulären Slapstick-Einlagen und burleskem Witz, lässt das ebenso erfolgreiche wie geniale Regie-Duo Gustave de Kervern und Benoît Delépine zwei Anarchisten beißende Kritik an der Konsumgesellschaft unserer Tage üben.




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