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Kein Ort ohne Dich
Kein Ort ohne Dich
© 20th Century Fox

Kritik: Kein Ort ohne Dich (2015)

Kritiker-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 4 / 5

Der Schriftsteller Nicholas Sparks begleitet erneut als Produzent die Verfilmung eines seiner Romane und stellt dabei sicher, dass die gute alte, schwerblütige Romantik den Kinosaal erfüllt, die seine Bücher charakterisieren. An "The Best of Me – Mein Weg zu dir", der im Januar 2015 in Deutschland startete, erinnert die doppelte Liebesgeschichte mit ihrem Wechsel zwischen Gegenwart und Rückblenden. Aber während es sich dort um dasselbe Paar zu unterschiedlichen Zeitpunkten handelte, gibt es hier zwei völlig verschiedene Romanzen: Sophia und Luke erfahren am Beispiel der in den 1940ern beginnenden Geschichte von Ira und Ruth, dass sie nicht die ersten Liebenden mit gravierenden Problemen sind. Die doppelte Love Story sorgt mit ihren atmosphärischen Kontrasten für gehaltvollen und abwechslungsreichen Filmgenuss. Unter der Regie von George Tillman, Jr. erhält die Geschichte die epische Muße, die sie zur Entfaltung ihres Charmes benötigt.

Im Sparks-Universum gelten folgende Prämissen: Die wahre Liebe ist unzerstörbar und der männliche Held ein Kavalier alter Schule, der nicht viel redet und sich nie vor Verantwortung drückt. Der Bullenreiter Luke Collins ist nur mit Cowboyhut und -stiefeln unterwegs, er bringt dem Mädchen Blumen zum ersten Date und hält überhaupt nichts von moderner Kunst. Pech, dass ihm ausgerechnet die Studentin Sophia, deren Welt die Galerien der Großstädte sind, den Kopf verdreht. Scott Eastwood, der Sohn des großen Clint, spielt den schweigsamen, ernsten Cowboytypen sehr sexy, während Britt Robertson als Sophia eine erfrischende, humorvolle Leichtigkeit in die Geschichte einbringt. Diese Heiterkeit bildet ein dramaturgisch geschicktes Gegengewicht zur geradlinigen, nachdenklichen Art von Luke.

Die Liebesgeschichte von Ira und Ruth ist gleichfalls gut gespielt und betört zusätzlich mit ihrem Retro-Charme der gedeckten Farben, Oldtimer-Autos und eleganten Kostümen der 1940er Jahre. Die stilvollen Rückblenden kontrastieren auch stark mit den nervenaufreibenden Szenen vom Bullenreiten, bei dem sich die acht Sekunden auf dem Rücken des Stiers zu einer kleinen Ewigkeit auswachsen können. Besonders die Geschichte von Ira und Ruth imitiert den epischen Stil alter Filme, die Rendezvous und Eheszenen sind mit dramatischem und sinnlichen Gespür fürs Detail ausgemalt. So wachsen einem diese beiden Menschen mit ihren Wünschen an das Leben, ihrem Strahlen und ihrer Entwicklung ans Herz. Die schön ineinander montierte Doppelgeschichte ist in die grüne Landschaft von North Carolina eingebettet und wird wiederholt von Country-Musik begleitet: ein hübscher Filmgenuss für verliebte Paare und Zuschauer, die altmodische, auf die Ewigkeit abzielende Romantik mögen.

Fazit: Die Verfilmung des gleichnamigen Romans von Nicholas Sparks erfreut das Herz des Romantikers mit zwei Liebesgeschichten aus verschiedenen Zeitepochen. Jeweils gut gespielt und in epischer Breite aufgefächert, sorgen sie für gehaltvollen, schwelgerischen Filmgenuss.




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