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Doktor Proktors Pupspulver
Doktor Proktors Pupspulver
© Senator Film

Kritik: Doktor Proktors Pupspulver (2014)

Kritiker-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 2 / 5

Der norwegische Schriftsteller Jo Nesbø ist eigentlich bekannt für seine blutrünstigen Krimis und so war die Überraschung groß, als er im Jahr 2007 ausgerechnet mit einem Kinderbuch namens "Doktor Proktors Pupspulver" für Aufsehen sorgte. Mittlerweile ist eine ganze Reihe von Doktor-Proktor-Romanen erschienen, die aufgrund ihrer gelungenen Kombination von albernem Slapstick und augenzwinkernder Ironie bei Kindern sowie (vorlesenden) Erwachsenen gleichermaßen beliebt sind. Dass eine so populäre und erfolgreiche Vorlage irgendwann auch für das Kino umgesetzt werden würde, war da eigentlich nur eine Frage der Zeit.
Unter der Regie von Arild Fröhlich und nach Johan Bogaeus' Drehbuch entstand nun diese deutsch-norwegische Koproduktion, die grob dem ersten Band der Doktor-Proktor-Serie folgt, sich aber zugleich einige Freiheiten nimmt. Das war wohl auch nötig, denn eine Eins-zu-eins-Umsetzung des Romans, der vor allem durch seinen feinen Sprachwitz lebt, wäre wohl von vorneherein zum Scheitern verurteilt. So setzen die Macher des Films stattdessen ganz auf ein überdrehtes Erzähltempo sowie ein aufwendiges Produktionsdesign. Die Sets und Kostüme sind knallbunt, die Kamera dynamisch und sowohl die jungen als auch die erwachsenen Darsteller spielen mit großem Engagement und sichtlicher Freude.
Dennoch kann die Verfilmung von "Doktor Proktors Pupsvulver" nicht so recht überzeugen: Die Geschichte wird zu holprig erzählt und Fröhlichs Regie gelingt es nicht, all die skurrilen Einfälle und Details zu einem runden Filmerlebnis zu vereinen. Der ausgelassene Klamauk, der in der Vorlage noch durch Nesbøs verspielten Wortwitz aufgelockert wurde, wird zudem in der Filmversion mit voranschreitender Laufzeit immer ermüdender und eintöniger.

Fazit: Die Verfilmung von Jo Nesbøs erfolgreichem Kinderbuch kann trotz guter Darsteller sowie einem aufwendigen Produktionsdesign nicht mit der Romanvorlage mithalten und langweilt schnell mit ihrem überbordenden Klamauk.




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