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Wish I Was Here
Wish I Was Here
© Wild Bunch

Kritik: Wish I Was Here (2014)

Kritiker-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 2 / 5

"Wish I was here" ist der neuen Film von Allround-Talent Zach Braff, der seinen Durchbruch als chaotischer Arzt J.D. in der erfolgreichen Sitcom "Scrubs" feierte. 2004 machte er auch als Regisseur von sich reden, als sich seine Tragikomödie "Garden State " zu einem der größten Erfolge des Filmjahres entwickelte und auch die Kritik nicht mit Lobeshymnen sparte. "Wish I was here" soll nun eine Art indirekter Nachfolger von "Garden State" sein, der zehn Jahre nach dessen Handlung ansetzt. Braff schrieb wie schon bei seinem ersten Film auch hier das Drehbuch und übernahm die Hauptrolle. Die Hälfte des sechs-Millionen-Dollar-Budgets von "Wish I was here" finanzierte Braff per Crowdfunding über die Online-Plattform "Kickstarter", was ihm aufgrund eines Privatvermögens von geschätzten 30 Millionen Dollar herbe Kritik einbrachte. "Wish I was here" ist leider nicht mehr als ein billiger "Garden State"-Aufguss, der versucht, auf Nummer sicher zu gehen und dazu thematisch viel zu überfrachtet ist.

Die Ähnlichkeiten zwischen "Garden State" und "Wish I was here" lassen sich bereits nach wenigen Minuten ausmachen. Wie schon bei Braffs Debüt als Regisseur und Kino-Hauptdarsteller, stehen vor allem drei Dinge im Mittelpunkt des Films: eine schwierige Vater-Sohn-Beziehung, die Frage nach dem Sinn des Lebens und der Versuch, die melancholische, oft schwermütige Handlung und Stimmung durch süffisanten Wortwitz sowie passend eingestreuten Slapstick aufzulockern und damit Abwechslung in den Film zu bringen. Vor allem die Sache mit dem Slapstick und Wortwitz funktionierte bei "Garden State" herausragend, bei "Wish I was here" jedoch geht diese Rechnung nicht mehr auf. Zu bemüht sind ein Großteil der Sprüche, während die überzogenen Slapstick-Momente schlicht fehl am Platze wirken. So ist weder das Fluchglas, in das immer dann Geld eingeworfen wird, wenn Vater Aiden mal wieder zu laut schimpft besonders witzig, noch die pinkfarbene Perücke, die sich Tochter Grace aussucht, nachdem sie sich ihre Haare abgeschnitten hat.

Darüber hinaus versucht Braff krampfhaft, mit Gewalt das Feel-Good-Moment und wohlige Harmoniegefühl von "Garden State" wieder aufleben zu lassen. Um das zu erreichen, setzt er harmonisch-melodischen Indie-Pop ein, der die vielen emotionalen Momente und Szenen des Films bedeutungsschwanger und pathetisch untermalt. Den Genickbruch erleidet der Film aber vor allem dadurch, dass Braff hier mindestens fünf verschiedenen, (mehr oder weniger komplexe) Inhalte und Themen anspricht, von denen jedes einzelne einen kompletten Film ausfüllen könnte: von der bereits angesprochenen Vater-Sohn-Beziehung über die Emanzipation der Frau und Pubertätsprobleme bis zu den Fragen nach dem Sinn des Lebens und der Bedeutung von Religion.

Fazit: Witzlose und inhaltlich überfrachtete Tragikomödie, die krampfhaft versucht, das Niveau des Vorgängers zu erreichen.




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