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The Transporter Refueled
The Transporter Refueled
© Universum Film © Walt Disney Studios Motion Pictures Germany

Kritik: The Transporter Refueled (2015)

Kritiker-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 2 / 5

Nach drei Runden mit Jason Statham als rasendem Lieferanten biegt das erfolgreiche Franchise frisch vollgetankt in die nächste Kurve und gerät gewaltig ins Schlingern. Die Geschichte bleibt die alte, lediglich das Team vor und hinter der Kamera ist ein neues. Camille Delamarre, beim dritten Teil noch für den Schnitt zuständig, ist zum Regisseur aufgestiegen; ein in Luc Bessons Actionschmiede bereits mehrfach erprobtes Verfahren. Und der französische Produzent macht keinen Hehl daraus, wer im nunmehr vierten Teil der Reihe endgültig die Hauptrolle übernommen hat: das Auto.

Fuhren in seinen frühen Produktionen die Guten noch französische Modelle, so hat Besson mittlerweile vor der Ingenieurskunst jenseits des Rheins kapituliert. Heute geben darin vornehmlich deutsche Luxuskarossen Vollgas. In "The Transporter Refueled" hat dieses plumpe Product-Placement einen neuen Tiefpunkt erreicht. Schon der erste Auftritt des Fluchtwagens mutet wie ein Werbefilmchen an. Das Licht fällt perfekt auf den polierten Boliden, die Kamera dreht sich einmal schwungvoll um dessen Achse, fängt ein, wie das Auto wie von Geisterhand selbt agiert – und das Publikum fragt sich, wozu es eigentlich noch eines Fahrers Bedarf.

Was diesen Eindruck über 97 Minuten verstärkt, ist die austauschbare Besetzung des Films. Während Jason Statham der treibenden Kraft der Motoren zumindest ein Mindestmaß an Schauspiel, Ausdruck und Präsenz entgegensetzte, wirkt Ed Skrein wie die hölzerne Kopie eines Nicholas Hoult auf Steroiden. Mit tiefer Stimme und Schmollmund reiht er coole Sprüche aneinander. Doch die Pointenparade verpufft ebenso wie die solide, aber wenig innovative Action. Die Hauptfigur bleibt so blass wie das restliche Ensemble, dessen Charaktere das dünne Drehbuch selbstredend furchtbar einfallslos überzeichnet. Keine Prostituierte, die nicht wie ein Topmodel aussieht, kein russischer Gangster, der nicht permanent den Drogen und den bereits erwähnten Liebesdamen mit Laufstegqualitäten frönt. Am besten kommt noch Ray Stevenson als Franks Vater weg. Der gibt den alternden Playboy mit schillernder Vergangenheit. Eine Rolle, die zumindest das größte schauspielerische Potenzial birgt und Stevenson sichtlich Spaß macht. Sein Part allein vermag den Film freilich nicht zu retten.

Und so fährt Regisseur Camille Delamarre die eh schon simpel gestrickte Reihe vollends an die Wand. "The Transporter Refueled" ist das, was sich eine Werbeagentur für noble Flitzer nicht besser ausdenken könnte. Schöne Frauen in zu engen Kleidern sitzen in schnellen Autos, die vor der sengenden Sonne Südfrankreichs entlangbrausen: ein Pkw-Porno im Hochglanzformat.

Fazit: Woran die ersten drei Teile der Reihe noch (knapp) scheiterten, gelingt Regisseur Camille Delamarre nun mühelos: Der Star ist (endlich) der Wagen. "The Transporter Refueled" ist ein eineinhalbstündiges Werbevideo für einen deutschen Autohersteller – nur leicht getarnt als Hochglanzaction ohne Sinn und Verstand.





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