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Angry Birds - Der Film
Angry Birds - Der Film
© Sony Pictures

Kritik: Angry Birds - Der Film (2016)

Kritiker-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 3 / 5

Schätzungen gehen davon aus, dass weltweit knapp drei Milliarden Menschen auf irgendeine Art das Videospiel "Angry Birds" nutzen: sei es auf dem Smartphone, dem Computer oder einer der vielen Konsolen. Zudem wurde auch die erfolgreiche TV-Serie "Angry Birds Toons" konzipiert, die es mittlerweile auf drei Staffeln bringt. Die Erfolgsstory der dicken Vögel, die ihre von Schweinen gestohlenen Eier mithilfe von Wurfgeschossen zurückholen müssen, begann 2009. In jenem Jahr veröffentlichte der finnische Spiele-Entwickler Rovio Entertainment das Game für Apples iOS. Die Herausforderung für die Filmemacher bestand nun darin, aus einem Spiel (fast) ohne jegliche Handlung, einen Film mit solider Dramaturgie zu machen und einer Story, die einen 90-minütigen Film trägt. "Angry Birds" ist das Regie-Debüt des Animationskünstlers Clay Kaytis und des Storyboard-Zeichners Fergal Reilly.

Man merkt dem Film spätestens nach der Hälfte doch an, dass er auf einem wenig tiefgründigen, einfachen Videogame weitestgehend ohne Plot, beruht. Die Figuren im Spiel sind keine komplexen, ausgefeilten Charaktere mit Tiefgang, daher verfügt auch der Film nur über sehr wenige Figuren, die sich von den anderen durch besondere Charaktereigenschaften oder Verhaltensweisen unterscheiden. Immerhin ist es den Machern gelungen, der Hauptfigur Red ein eigenes Profil auf das Federkleid zu schneidern, auch wenn dieses nicht besonders originell ist: Red ist der typische Außenseiter, der schon in jungen Jahren nicht dazugehörte, dabei aber immer darum kämpfte, Teil der Gemeinschaft und anerkannt zu werden. Diese Herangehensweise bzw. Idee ist natürlich wenig originell und wurde in gleicher oder ähnlicher Form bereits dutzendfach auf der Leinwand (ob in Real- oder Animationsfilmen) gezeigt.

Dass "Angry Birds" als kurzweiliger, unterhaltsamer 3D-Animationsspaß dennoch über weite Strecken recht gut funktioniert, liegt an den gelungenen Anspielungen und Verweisen auf das beliebte Spiel und die rasante Mischung aus deftiger, körperbetonter Action und dem gelungenen Humor im Film, der für etliche Lacher sorgt. Getreu dem Film- und Spieletitel, handelt es sich hier nämlich immer noch um "angry", also wütende, Vögel und vor allem die Ausraster und spontanen Wutausbrüche von Red sind es, die einem das ein oder andere herzhafte Lachen auf die Lippen zaubern: ob beim Arzt, den er nach dem Hervorrufen des Patellarsehenreflexes "zurückschlägt" oder am Strand, wenn er einen kleinen Vogel meterweit in den Ozean schießt, anstelle des Balles, der direkt danebenlag. Außerdem gestaltet sich die Action als extrem abwechslungsreich, spritzig und (im wahrsten Sinne) "schwungvoll", was ebenso einen Verweis auf das Kultgame darstellt wie die bösen grünen Schweine und einige der Vögel, die einem vom Spiel bekannt vorkommen.

Fazit: Solider, mit reichlich rasanter Action und deftigem Witz ausgestatteter, kurzweiliger Animations-Spaß, der aber unter der fehlenden Tiefe und charakterlichen Ausschmückung der Figuren leidet.





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