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The Human Scale
The Human Scale
© NFP marketing & distribution © Filmwelt

Kritik: The Human Scale (2012)

Kritiker-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 3 / 5

Wie sieht sie aus, die Zukunft der riesigen Weltmetropolen, wenn die Bevölkerung weiterhin so rasant und unaufhörlich wächst? Und welche Rolle spielt der einzelne Mensch in dieser doch erschreckenden Entwicklung? Um Antworten auf diese drängenden Fragen zu bekommen, rückt Regisseur Dalsgaard seinen Landsmann Jan Gehl ins Zentrum des Films, ein Architekt und Stadtplaner aus Kopenhagen. Bei seiner Arbeit legt Gehl besonderen Wert auf die Verbesserung der städtebaulichen Qualität für Fußgänger und Radfahrer. Regisseur Dalsgaard und Gehl konzentrieren sich in ihrem Film „Human Scale“ beispielhaft auf einige der international bekanntesten und am schnellsten wachsenden Großstädte, um an ihnen ein von Gehl entwickeltes Verfahren, das auf Entwicklungen und Lösungsansätze abzielt, durchzudeklinieren.
„Human Scale“ wirft somit einen überaus kritischen Blick auf bekannte öffentliche Plätze überall auf der Welt, von Dhaka bis Melbourne, und versucht Lösungsansätze zu formulieren, wie z.B. die Lebensbedingungen von Fußgängern und Radfahrern verbessert werden können. „Human Scale“ ist letztlich eine spannende Doku über ein für viele Menschen noch unbekanntes Thema geworden, die zum Nachdenken anregt. Auch wenn die Art der Inszenierung mit ihrer eintönigen, ein wenig öden Aneinanderreihung der jeweiligen Beispiele bisweilen doch ermüdend wirkt.
„Human Scale“ lässt neben Gehl selbst eine Reihe weiterer junger Architekten-Kollegen ausführlich zu Wort kommen, die dessen Verfahren und Methoden in unterschiedlichsten Metropolen auf der Welt anwenden. Ihr Hauptziel: Innenstädte für Radfahrer und Fußgänger wieder attraktiver zu machen und die Omnipräsenz der Dreckschleuder „Auto“ in den Städten zu reduzieren. Dabei liefert der Film immer wieder auch interessante Beispiele, die zeigen, dass Gehls Ideen durchaus zum Erfolg führen können. So wurde am Times Square in New York z.B. bereits eine breite Fußgängerzone errichtet, auch entstehen immer mehr Fahrradwege. Mit den Umbaumaßnahmen trug man den Bedürfnissen der Bevölkerung Rechnung, mit der Folge, dass es hier wieder genug Plätze zum Sitzen und eine deutlich reduzierte Verkehrsbelastung gibt. Der Platz entwickelte sich so in den letzten Jahren zu einem der beliebtesten Aufenthaltsorte für Einheimische und Touristen der ganzen Stadt. Dies möchte man nun auch in anderen Metropolen erreichen.
Die einzige Schwäche des Films ist, dass die anderen Beispielmetropolen (Chongqing, Dhaka, Melbourne, Christchurch, Kopenhagen) kurz und knapp und zudem einfallslos aneinandergereiht abgehandelt werden. Das wirkt ein wenig lieb- und belanglos und wird der Bedeutung des Themas nicht in ausreichendem Maße gerecht. Abgesehen davon aber liefert „Human Scale“ einen interessanten Einblick in ein spannendes Thema, das in Dokus bislang zu selten behandelt wurde.

Fazit: Spannende Dokumentation über ein interessantes, aber auch komplexes Thema, das in der zweiten Hälfte durch die eintönige Aneinanderreihung der Fallbeispiele ein wenig beliebig erscheint. 3 Sterne




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