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Spider-Man: Homecoming
Spider-Man: Homecoming
© Sony Pictures

Kritik: Spider-Man: Homecoming (2016)

Kritiker-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 4 / 5

In "The First Avenger: Civil War" (2016) hatte der junge Brite Tom Holland seinen ersten, sehr amüsanten Auftritt als Peter Parker beziehungsweise Spider-Man – womit die Figur überaus gekonnt und stimmig in das komplexe Marvel Cinematic Universe eingeführt wurde. "Spider-Man: Homecoming" setzt die Coming-of-Age-Geschichte des New Yorker Schülers nun als Solo-Abenteuer fort und zeigt Tony Stark aka Iron Man als launischen Mentor des adoleszenten Helden. Der 1981 geborene Regisseur Jon Watts ("Cop Car"), der auch am Drehbuch mitschrieb, orientiert sich in der Charakterzeichnung sowie in der Inszenierung offenkundig am komödiantischen Teenager-Kino der 1980er Jahre, insbesondere an den Werken von John Hughes ("Ferris macht blau").

Dies hat zum einen zur Folge, dass "Spider-Man: Homecoming" weniger tragische Wucht und weniger Tiefe besitzt als die von Sam Raimi realisierte Trilogie mit Tobey Maguire in der Titelrolle sowie die beiden von Marc Webb umgesetzten Filme mit Andrew Garfield: Watts erzählt keine klassische Origin Story – weder das Verschwinden von Peters Eltern noch der Tod des Onkels (und die damit einhergehenden Schuldgefühle des Jugendlichen) werden thematisiert; der Biss der Spinne, mit welchem alles seinen Anfang nahm, wird lediglich kurz in einem Dialog erwähnt. Zum anderen wird dadurch jedoch geschickt verhindert, dass es zu unnötigen Wiederholungen kommt, wie dies bei Webbs solidem Neustart der Fall war. Die Comic-Adaption wirkt frisch, bietet reichlich Humor, kann aber auch in puncto Action überzeugen. Witz, Spektakel und visuelle Effekte gehen eine gelungene Verbindung ein – etwa wenn Spider-Man von den mannigfaltigen Funktionen seines Hightech-Spinnenanzugs zunächst ziemlich überfordert ist.

Tom Holland – der bereits in seinem Leinwanddebüt "The Impossible" (2012) oder auch in "Die versunkene Stadt Z" zu beeindrucken wusste – verleiht dem Protagonisten etwas ausgesprochen Liebenswürdiges: Peter ist ein linkischer, schlauer Schul-Außenseiter und in seiner noch ungewohnten Tätigkeit als Superheld entschieden zu übereifrig und kopflos – gleichwohl lässt er im Umgang mit seinen Mitmenschen (sogar mit seinen Gegnern) eine ausgeprägte Empathie erkennen. Mit Robert Downey Jr. als Tony Stark und der wunderbaren Marisa Tomei als Tante May stimmt die Chemie – was zu zahlreichen schönen und lustigen Momenten führt. Michael Keaton, der dank seines Hauptparts in Tim Burtons "Batman"-Verfilmungen aus den Jahren 1989 und 1992 über viel Erfahrung im Comic-Sektor verfügt und diese in "Birdman" (2014) virtuos persiflieren durfte, ist als Adrian Toomes alias Vulture ein interessanter Gegner; zudem wartet die Handlung hier mit einem hübschen Twist auf. Die Teenager im Highschool-Umfeld sind mit dem Disney-Star Zendaya, dem "Grand Budapest Hotel"-Lobby-Boy Tony Revolori sowie mit Jacob Batalon als Peters Sidekick und Laura Harrier als Love-Interest-Figur erfreulich divers und gut besetzt.

Fazit: Das neue Abenteuer des juvenilen Spinnenmannes zeichnet sich durch eine humoristische Tonart sowie durch reizvolle Figuren aus; auch schauspielerisch ist der Film ein voller Erfolg.





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