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Who cares? Du machst den Unterschied
Who cares? Du machst den Unterschied
© BraveHearts International GmbH

Kritik: Who cares? Du machst den Unterschied (2013)

Kritiker-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 3 / 5

Der Dokumentarfilm der Brasilianerin Mara Mourão ist ein flammendes Plädoyer für mehr bürgerliches Engagement. Die vielen Gründer sozialer und ökologischer Initiativen, die er vorstellt, erzählen, was sie antreibt und zeigen am eigenen Beispiel, wie aus einer kleinen Idee oftmals etwas Großes, Erfolgreiches werden kann. Die Projektentwickler bezeichnen sich selbst als Sozialunternehmer und folgen der Überzeugung, dass man die Gestaltung der Zukunft nicht allein den politischen Institutionen und der Wirtschaft überlassen kann. Das Kölner Unternehmen BraveHearts International, zu dem auch ein Filmverleih gehört, präsentiert den Film als Teil seiner Kampagne "I Care".

Unter den knapp 20 Protagonisten des Films sind etablierte Persönlichkeiten aus dem NGO-Bereich wie der Erfinder der Mikrokredite, Muhammad Yunus, und junge, weniger bekannte Gesichter mit zum Teil pfiffigen Ideen. Wer mit dem Gedanken spielt, sich ebenfalls sozial zu engagieren, kann in diesem Film wertvolle Anregungen finden. Wie Yunus erzählen noch weitere Projektgründer davon, wie es mittellose Slum- und Dorfbewohner mit günstigen Darlehen oder anderen kleinen materiellen Hilfen schaffen können, auf eigenen Beinen zu stehen. Die Initiative KIVA von Premal Shah macht sich das Internet zunutze, um Mikrokredite zu vergeben und weltweit Kapital zu rekrutieren. An diesem Beispiel zeigt sich, dass der Begriff des Globalen auch positiv interpretiert werden kann – als eine länderübergreifende Gemeinschaft von Menschen, die füreinander eintreten.

Etliche Beispiele stammen aus Brasilien, dem Heimatland der Regisseurin. Der Arzt Eugenio Scannavino kümmert sich um die Verbesserung der Hygienebedingungen in den isolierten Gemeinden des Amazonasgebiets. Die Medizinerin Vera Cordeiro unterstützt Familien in den Favelas weit über den Gesundheitsbereich hinaus: "Wir machen aus Elenden Arme", lautet ihr pragmatisches Fazit. Mit einer originellen Idee ist Bart Weetjens in Tansania aktiv: Er trainiert Ratten, die Landminen aufspüren und im menschlichen Speichel Tuberkulose nachweisen können.

Die Projektentwickler sprechen vor einem neutralen Bildhintergrund. Dabei wirken sie allerdings wie für eine Ehrentafel porträtiert und ihre Aussagen klingen auch aufgrund der Aneinanderreihung etwas salbungsvoll. Die schiere Anzahl der Sprecher und der häufige Wechsel der Vor-Ort-Aufnahmen in Asien, Afrika, Lateinamerika erschweren die Orientierung. Für Auflockerung sorgen kleine Animationen, Naturbilder und Zeitrafferszenen. Eine solche Gesamtschau vermag es nicht, sich in die einzelnen Projekte und ihren Erfahrungsprozess näher zu vertiefen. Dennoch gelingt ihr ein beeindruckender Appell an das Publikum, sich ebenfalls zu engagieren.

Fazit: Der Dokumentarfilm der Brasilianerin Mara Mourão stellt verschiedene Initiativen gegen Armut und für Menschen in Not vor. Die große Anzahl der Beispiele ergibt eine recht oberflächliche Gesamtschau, die jedoch als Aufforderung zu bürgerlichem Engagement anregt und beeindruckt.




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