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Kritik: Austenland (2013)

Kritiker-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 3 / 5

Mit ihren Anfang des 19. Jahrhunderts geschriebenen Romanen hat sich die englische Schriftstellerin Jane Austen eine begeisterte Leserschaft bis in die heutige Zeit gesichert. Wie ihre Heldinnen Elizabeth Bennet in "Stolz und Vorurteil" oder Emma Woodhouse in "Emma" ihre Herzen prüfen, ist für zahllose Frauen romantisches Vorbild. In ihrem Roman "Austenland" macht sich die Autorin Shannon Hale über diese für Außenstehende oft unverständliche Schwärmerei ein wenig lustig. Hale schrieb auch das Drehbuch für die Verfilmung ihres Romans, gemeinsam mit Jerusha Hess, die ihr Regiedebüt gibt. Zu den Produzenten dieser Komödie zählt auch die im romantischen Genre beheimatete "Twilight"-Autorin Stephenie Meyer.

Im Rollenspiel-Resort Austenland bekommt Jane ihre Traumwelt bis zum Überdruss serviert. Der immergleiche Zeitvertreib im Salon von Mrs. Wattlesbrook und die dilettantischen, aber gewählten Wortwechsel lassen sie schnell auf Distanz gehen. Der Spagat der Gäste und des Personals zwischen zwei Zeitepochen wirkt auf Dauer ziemlich lächerlich. Aus dieser Kluft speist sich die reiche Komik der Geschichte, die aber dennoch Rücksicht auf die Gefühle der Austen-Fans nimmt. Wenn Jane ihre Fühler in Richtung Romantik ausstreckt, wird die reine Spielebene verlassen. Dennoch macht sie auf verwirrende Weise ähnliche Erfahrungen wie die Romanheldinnen bei Austen. Der Anteil dieser echten Gefühlsstory an der Gesamtgeschichte bleibt aber vergleichsweise gering.

Der Film verfährt sehr oberflächlich mit Herzensangelegenheiten und handelt sie gerne kompakt mit unvermittelten Wendungen ab. Jane lernt während ihres wechselhaften Austenland-Besuchs nicht wirklich, woran man den richtigen Partner erkennt. Damit verfehlt der Film die Messlatte der Austen-Fangemeinde: Es geht eben doch nichts über das Original.

Fazit: In der mild satirischen, romantischen Komödie "Austenland" erprobt sich eine hartgesottene Verehrerin die Welt der Schriftstellerin Jane Austen im Rollenspiel. Die witzige Ernüchterungskur bietet mit der Kluft zwischen zwei Zeitepochen kurzweilige Unterhaltung, genügt aber in Herzensdingen nicht den Ansprüchen echter Austen-Fans.





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