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Mortdecai - Der Teilzeitgauner
Mortdecai - Der Teilzeitgauner
© Studiocanal

Kritik: Mortdecai - Der Teilzeitgauner (2013)

Kritiker-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 3 / 5

Die Komödie von Regisseur David Koepp ist eine im eher zeitlosen Milieu britischer Snobs angesiedelte Gaunerposse. Die mit ironischem Schmunzelhumor interpretierten, exzentrischen Charaktere sind ebenso wichtig wie der in der Kunstszene angesiedelte Kriminalfall. Mit ihrem Slapstick und den schrulligen Witzen wirkt die Komödie gut abgehangen, verfügt aber über reizvolle, spritzige Wortgefechte in gewählter Ausdrucksweise. Trotz ihres Unterhaltungswerts und der renommierten Schauspieler ist der Gesamteindruck durchwachsen. Das Drehbuch, für das hauptsächlich der Newcomer Eric Aronson verantwortlich zeichnete, basiert auf dem Roman "Nimm das Ding da weg!" von Kyril Bonfiglioli. Er ist der erste aus einer Trilogie um den Charakter Mortdecai.

Das ausgetüftelte Kriminalstück um das mysteriöse Goya-Gemälde führt Mortdecai und seinen Diener Jock (Paul Bettany), der auch der Mann fürs Grobe ist, von England nach Moskau, Los Angeles und wieder zurück. Die Lage ist unübersichtlich, nicht nur in Bezug auf die möglichen Verbrecher und Strippenzieher. Auch Mortdecai, Martland und Johanna versuchen mehr als einmal, sich gegenseitig auszutricksen. Selbst in den Actionszenen wird eleganten Dialogen und dem einen oder anderen Running Gag Platz eingeräumt. Der patente Jock redet Mortdecai selbst dann noch mit "Sir" an, als dieser ihn zum wiederholten Male versehentlich anschießt. Die beiden grundverschiedenen Charaktere ergeben ein interessantes komödiantisches Gespann. Johnny Depp spielt die Hauptfigur, ein egozentrisches Weichei, ähnlich überdreht, wie den Piraten Jack Sparrow in den "Fluch der Karibik"-Filmen. Nur wirkt Mortdecai mit seinem albernen Schnurrbart, dem Spazierstock und der mechanischen Mimik ziemlich altmodisch und unattraktiv. Wesentlich eleganter und peppiger sind da schon Gwyneth Paltrows gescheite und eigenwillige Johanna, aber auch der von einem sehr gut aufgelegten Ewan McGregor gespielte MI5-Inspektor.

Zum eleganten Eindruck des Films trägt entscheidend der ausgefeilte Dialogwitz bei. Britisch kühl und treffsicher hauen sich vor allem Mortdecai, Johanna und Martland die verbalen Provokationen um die Ohren. Das wirkt stets distinguiert, selbst wenn es inhaltlich nur um kleinkarierte Eifersucht geht. Drei Dinge sind es letztlich, die den Filmgenuss ein wenig ausbremsen: Die Hauptfigur bleibt recht glanzlos und die Mentalität der Personen ist allzu weit entfernt von einer realen zeitlichen Epoche. Außerdem packt die Komödie zu viele Details in die Handlung, kreist ein wenig zu selbstverliebt um die Momente, die so schön süffisant daherkommen.

Fazit: Die Gaunerkomödie um einen britischen Snob mit mehr Geschmack als Geld verbindet spritzige Dialoge mit angestaubten, schrulligen Einfällen. Der Slapstick, die elegante Inszenierung im Retrostil und die unterschiedlich geglückten Charaktere ergeben einen durchwachsenen Gesamteindruck.





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