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Louder Than Bombs
Louder Than Bombs
© MFA Film © Die FILMAgentinnen

Kritik: Louder Than Bombs (2014)

Kritiker-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 3 / 5

Die Erwartungen an Joachim Triers dritten Spielfilm waren hoch, nachdem der norwegische Regisseur bereits mit den Vorgängerfilmen "Reprise – Auf Anfang" (2006) und "Oslo, 31. August" (2011) Kritik und Publikum gleichermaßen begeistern konnte. "Louder Than Bombs" ist tonal nun ganz ähnlich gelagert und erzählt abermals unaufgeregt von Lebenskrisen und psychischen Belastungen. Neu ist hingegen die internationale Besetzung, zu der unter anderem Isabelle Huppert, Gabriel Byrne und Jesse Eisenberg zählen, sowie New York City als Schauplatz.

Im Kern ist die Geschichte, die Trier inszeniert, bekannt und nicht sonderlich originell. Doch der Regisseur und Drehbuchautor macht aus dem, was ein durch und durch konventionelles Familiendrama hätte werden können, seinen ganz eigenen Film. Zu Triers Handschrift gehört dabei sich seinem Sujet auf formal ungewöhnlich Weise zu nähern: Waren es in "Reprise – Auf Anfang" noch wilde Zeitsprünge und ein Erzählen im Konjunktiv, so bestach "Oslo, 31. August" durch seine streng lineare Erzählweise, die sich auf einen einzige Tag beschränkte. In "Louder Than Bombs" ist die Handlung nun abermals zersplittert, Flashbacks und Gegenwart ergeben das Mosaik einer komplexen Familiengeschichte.

Im direkten Vergleich mit seinen anderen Spielfilmen erweist sich "Louder Than Bombs" trotz Triers bewährter Regie-Qualitäten allerdings dennoch als deutlich schwächer. Eigenheiten wie das norwegische Setting oder Triers Stammschauspieler Anders Danielsen Lie fehlen hier, stattdessen nähert sich der Filmemacher dem konkurrenzstarken US-Kino an und muss sich mit diesem messen. Bedauerlich ist zudem, dass Isabelle Huppert nicht präsenter ist, da sie eindeutig das charismatische Zentrum dieses Dramas ist. So bleibt "Louder Than Bombs" lediglich ein guter Film von einem fähigen Regisseur, dem man mehr zugetraut hätte.

Fazit: Joachim Trier inszeniert sein ruhiges Familiendrama als filmisches Mosaik aus Vergangenheit und Gegenwart, in dem Isabelle Huppert als charismatisches Zentrum dient. Leider ist die Schauspielerin zu wenig präsent und die Geschichte, die hier erzählt wird, altbekannt. Unterm Strich bleibt gutes Kino, von dem man aber mehr erwartet hätte.





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