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Spy - Susan Cooper Undercover
Spy - Susan Cooper Undercover
© Twentieth Century Fox

Kritik: Spy - Susan Cooper Undercover (2015)

Kritiker-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 5 / 5

Die actionreiche Agentenkomödie "Spy – Susan Cooper Undercover" ist nach "Brautalarm" und "Taffe Mädels" die dritte Zusammenarbeit von Regisseur Paul Feig mit der Schauspielerin Melissa McCarthy. In der Titelrolle tritt sie den Beweis an, dass ein weiblicher Superspion spannende Kämpfe meistern kann und dabei nicht aussehen muss wie eine von James Bonds Gespielinnen. Nur traut das Susan Cooper niemand wirklich zu: Diese Widerstände sind der härteste Gegner der fülligen Außenseiterin. Die köstliche Komödie sorgt mit ihrer ungewohnten Perspektive für echte Aha-Erlebnisse.

Susan Cooper und Bradley Fine arbeiten perfekt zusammen, aber der attraktive Mann würde ihr wegen ihres Aussehens nie einen Antrag machen... Susan versucht dieser Erkenntnis mit Humor zu begegnen, schließlich ist sie es gewohnt, in zweiter Reihe zu stehen. Aber Darstellerin Melissa McCarthy wäre nicht sie selbst, wenn sie nicht auch hier den Wandel ihres Filmcharakters zur auftrumpfenden und trashigen Klartext redenden Kämpfernatur hinkriegen würde. Susan Cooper hat in Europa bald keine Lust mehr auf die lächerliche Dauerwelle und das langweilige Outfit, das ihren von der CIA diktierten Tarnidentitäten entspricht. Sie stylt sich richtig selbstbewusst und entdeckt parallel, dass sie schon kräftig mitmischen muss, verbal wie handgreiflich, damit andere die Mission nicht an die Wand fahren lassen. Jason Statham parodiert seine eigenen Actionrollen als Egoprotz Rick Ford, der sich für unbesiegbar hält und stundenlang erzählen könnte, was er alles schon gemeistert hat.

Wie Rick Ford sind die Männer in dieser Komödie oft peinlich. Das gilt auch für Susans römischen Fahrer Aldo (Peter Serafinowicz), der keine Sekunde verstreichen lässt, ohne sie sexuell zu belästigen. Das tut er aber mit blumigen Worten der Anbetung – zunächst auch eine Entschädigung für die Missachtung, die andere Männer Susan entgegenbringen. Sie hat es aber immer weniger nötig, Männern gefallen zu wollen. Vielmehr empfindet sie ihren sexualisierten Blick als eitel, lästig und beschränkt. Mit Rayna in der Rolle des Bösewichts und Nancy (Miranda Hart) als Kollegin und Freundin stellt der Film Susan auch noch zwei weitere interessante Frauen an die Seite.

Spektakuläre Verfolgungsjagden, Gadgets, ein Nahkampf mit Messern und Pfannen und einige überraschend drastische Splatterszenen sorgen dafür, dass die Action überzeugt. Der Humor bricht völlig unerwartet in brenzlige Situationen ein, ohne sie in puren Klamauk abdriften zu lassen. Diese spaßige Konfrontation des Agentenfilmgenres mit dem gesunden Frauenverstand ist absolut sehenswert.

Fazit: Melissa McCarthy behauptet sich als Actionheldin mit flottem Mundwerk glaubhaft gegen die von Jason Statham und Jude Law gespielten Superspione und liefert den Sexismus des Agentenfilmgenres auf köstliche Weise dem Gespött aus.





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