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Pescador
Pescador
© Contento Pictures

Kritik: Pescador (2011)

Kritiker-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 3 / 5

Der ecuadorianische Spielfilm, der in deutschen Kinos im Rahmen der spanischsprachigen Filmtournee Cinespanol 3 gezeigt wird, erzählt die Geschichte eines unbedarften Glücksritters. Im Stil eines Heist-Movies begleitet der Film von Regisseur Sebastian Cordero den Dorfbewohner Blanquito, der mit einem großen Kokainfund den Sprung in die Stadt wagt. Das temporeiche Abenteuer bezieht seine Spannung nicht nur aus dem Thema der Illegalität, sondern auch aus dem Kontrast zwischen Land- und Stadtleben.

Die Hauptfigur Blanquito gilt im Dorf als belächelter Taugenichts, der den Fischern nur seiner angesehenen Mutter zuliebe helfen darf. Dabei ist er ein guter, etwas linkischer Kerl, der davon träumt, sich mit einer Frau anderswo eine Existenz aufzubauen. Die Bewohner leben in ärmlichen Verhältnissen, in Hütten aus Holz und Stroh. Als ihnen die Kiste mit den Kokainpäckchen in die Hände fällt, denken sie nicht daran, die kleinen Platten der Polizei zu übergeben, sondern machen sie nachts am Strand zu Geld. Mit diesem humorvollen, verschwörerischen Grundton begleitet der Film Blanquitos Reise, der so viel Kokain besitzt wie ein Großdealer. Man räumt dem naiven Mann von Anfang an wenig Chancen ein, was seine Sympathiewerte erhöht.

Blanquito aber lernt schnell und entpuppt sich als gewitzt. Die Stadt ist für ihn eine Wundertüte voller Erfahrungen – guter und schlechter. Den Rausch des Neuen, Verwirrenden, die Hektik und die Reizüberflutung visualisiert der Film wiederholt in verwischten Bewegungsaufnahmen. Blanquito findet Gefallen daran, sich in diesem Strom des Lebens an unbekannte Orte treiben zu lassen. Ein ständiges Begleitthema ist die Liebe, die zum Katalysator in Blanquitos Reifeprozess wird. Was er für Lorna empfindet, bleibt jedoch weitgehend unausgesprochen. Das erhöht den Reiz dieses kurzweiligen, unbeschwerten Films, der auch einige interessante Einblicke in die ecuadorianische Gesellschaft bietet.

Fazit: Der kurzweilige, unbeschwerte ecuadorianische Spielfilm erzählt in realitätsnahen Bildern von einem Fischer, der auszieht, um mit einem Kokainfund in der Stadt sein Glück zu machen.




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