VG-Wort
Die Domain Spielfilm.de verwendet Cookies für funktionale und analytische Zwecke. Durch die Nutzung unserer Seite erklärst Du Dich damit einverstanden. Weitere Cookie-Informationen findest Du hier.

Ok, einverstanden!

oder
The Galapagos Affair: Satan Came to Eden
The Galapagos Affair: Satan Came to Eden

Kritik: The Galapagos Affair: Satan Came to Eden (2013)

Kritiker-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 4 / 5

Mit "The Galapagos Affair: Satan Came to Eden" ist den beiden Amerikanern Dayna Goldfine und Dan Geller ein sehr interessanter und origineller Dokumentarfilm über das Leben der ersten Siedler auf einer damals noch fast vollkommen von der Zivilisation abgeschnittenen Galapagos-Insel gelungen. Obwohl die geschilderten Ereignisse bereits um die 80 Jahre zurückliegen, werden sie in diesem Film wieder sehr lebendig. Die Protagonisten kommen anhand von Briefen und Tagebüchern zumeist selbst zu Worte. Sie werden dabei von äußerst bekannten Schauspielern, wie Cate Blanchett und Thomas Kretschmann gesprochen. Zudem konnte auf umfangreiches Bildmaterial in Form von Fotos und Filmaufnahmen zurückgegriffen werden. Als eine besondere Skurrilität gibt es zusätzlich eine ganze Reihe von damaligen Zeitungsartikeln der in ihrer Heimat zu einiger Berühmtheit gelangten Abenteurer. Friedrich Ritter und Dora Strauch wurden hierbei als eine Art moderner Robinson Crusoe mit einem weiblichen Freitag und die Baronin als eine schießwütige Amazone dargestellt.

Der Film zeigt den Alltag eines Grüppchens von Exzentrikern, die ein unberührtes und von Menschen unverdorbenes Paradies suchten. Doch schnell zeigte sich, dass das Leben auf Floreana auch mit viel harter Arbeit verbunden ist. Darüber hinaus waren drei verschiedene auf der Insel lebende Parteien zumindest für Friedrich Ritter eindeutig zwei Parteien zu viel. Überhaupt herrschte schnell großer Unfriede, der in dem vermeintlichen Mord an der Baronin und ihrem Liebhaber gipfelte. An dieser Stelle wird die Dokumentation zu einer Kriminalgeschichte, die anhand überlieferter Aussagen und Dokumente versucht die tatsächlichen Vorkommnisse zu rekonstruieren. Hierbei kommt dem Film sehr zugute, dass noch so viele Originalquellen erhalten sind. So wird der Vorfall aus der Sicht verschiedener Beteiligter wiedergegeben, wodurch aus dem Film eine multiperspektivische Rekonstruktion eines Kriminalfalls in der Art von Akira Kurosawas Klassiker "Rashomon" (1950) wird. Darüber werden in diesem Film auch hochinteressante allgemeinere Fragen gestellt: Ist es ein ganz bestimmter Menschenschlag, der solch einsamen Orte besiedelt? Wie ist das Leben für die dort bereits geborenen Kinder? Kann das Paradies tatsächlich an einem konkreten Ort gefunden werden?

Fazit: Sehr spannende und hochinteressante Dokumentation über eine Gruppe von Exzentrikern auf der Suche nach einem ursprünglichen Paradies.




Spielfilm.de-Mitglied werden oder einloggen.