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Sabotage
Sabotage
© Paramount Pictures Germany

Kritik: Sabotage (2015)

Kritiker-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 3 / 5

"Sabotage" ist der neue Film von Regisseur David Ayer, der 2012 mit seinem starbesetzten Cop-Thriller "End of Watch" für Furore sorgte und einige Jahre zuvor das Drehbuch für den Oscar-prämierten Film "Training Day" schrieb. Ayer kennt sich also auch mit den Themen Korruption, Unterschlagung und Infiltration, die auch in "Sabotage" alle wieder anklingen. Nach "The Last Stand" und "Escape Plan" kann "Sabotage" als bisher gelungenster Arnie-Comeback-Film angesehen werden. Zwar verheddert sich Ayer vor allem gegen Ende in der zunehmend komplizierter werdenden Handlung, die Leistung von Schwarzenegger als kompromissloser Team-Leader und die vielschichtige Charakterzeichnung heben den Film vom Steven-Seagal-Durchschnitt aber deutlich ab.

Positiv hervorzuheben ist hier ganz klar, dass Schwarzenegger hier eine der vielschichtigsten, ambivalentesten Figuren in seiner über 40-jährigen Film-Karriere spielt. Wurde er in starken, kompromisslosen Action-Reißern wie "Phantom-Kommando" oder "Der City Hai" in den 80er-Jahren stets als zwar brutaler und rücksichtsloser aber dennoch jederzeit gutherziger Held mit einem Sinn für Gerechtigkeit dargestellt, so sieht das bei "Sabotage" schon deutlich anders aus. Seine Figur John Wharton kommt als feinfühliger, emotionaler Kämpfer daher, der in arge Gewissenskonflikte gerät, nachdem sein Team auf die Abschussliste des Kartells gelangt. Außerdem ist er unter all den anderen sex- und drogensüchtigen sowie gewalttätigen Team-Mitgliedern noch der "Normalste" und "Ruhigste". Also Schwarzenegger light?

Nein, nicht ganz, denn die Action stimmt hier dennoch. Die (präzise gefilmten) Action-Sequenzen und (vor allem) die unzähligen Schusswechsel sind packend und authentisch gefilmt. Auch in Sachen Brutalität muss sich "Sabotage" nicht hinter früheren Arnie-Action-Reißern verstecken. Das Blut spritzt nur so literweise an die Wände, wenn die Verstecke der Feinde gestürmt werden. Auch das regelrechte Abschlachten des DEA-Teams um Schwarzenegger hat es in sich (Stichwort: Ausweidung) , hier wird die FSK-18-Einstufung deutlich. Schade ist nur, dass der Film mit seiner bis dahin einigermaßen realistischen und nachvollziehbaren Handlung gegen Ende deutlich aus dem Ruder läuft. Die Handlung wird immer konfuser und verschachtelter und wenn dann auch noch unterschiedliche Zeitebenen, die manchmal parallel montiert sind, dazukommen, ist es mit dem Verständnis und der Nachvollziehbarkeit eh gelaufen. Schade, denn ansonsten ist der Film auf jeden Fall sehenswert.

Fazit: Düsterer, brutaler Action-Reißer mit einem (tatsächlich, man mag`s kaum glauben) tiefgründigen, vielschichtigen Arnie in der Hauptrolle. Nur die gegen Ende immer verschachtelter werdende Story stößt negativ auf.




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