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Parallax Sounds Chicago
Parallax Sounds Chicago
© Real Fiction

Kritik: Parallax Sounds Chicago (2013)

Kritiker-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 3 / 5

Der Filmemacher Augusto Contento widmet sich in seiner meditativen Dokumentation "Parallax Sounds Chicago" den Ursprüngen einer musikalische Bewegung, deren Zentrum in den 90er-Jahren die Millionenmetropole am Michigansee war: die Szene des sog. "Post-Rock". "Parallax Sounds Chicago" funktioniert dabei aber auch gleichermaßen als Hommage und Porträt einer Stadt, deren musikalische Underground-Szene und Atmosphäre ein ganzes Genre prägten. Contento gelingt vor allem durch die stimmige Kombination aus Gesprächen, langen Einstellungen von prägenden, typischen Orten und Plätzen der Stadt sowie einer verträumten Hintergrundmusik ein interessanter Film - auch, wenn er einiges an Vorkenntnis beim Zuschauer voraussetzt.

Dabei ist sein Film "Parallax Sounds Chicago" ebenso Musikdoku wie auch Porträt einer Stadt. In seinen besten Momenten verbindet der Film beide Aspekte. So spricht Contento ausführlich mit wichtigen Protagonisten und Post-Rock-Vertretern wie Grubbs oder Vandermark, die über ihren Werdegang und die ersten musikalischen Schritte in den frühen 90ern berichten. Contento begleitet die Gesprächspartner dabei immer wieder auf ihren Streifzügen durch die Stadt, macht mit ihnen eine gemütliche Bootsfahrt, vorbei an den riesigen Wolkenkratzern und der imposanten Skyline, oder führt die Interviews in öffentlichen Verkehrsmitteln.

Durch diese Form der dokumentarischen Herangehensweise bekommt man als Zuschauer einen guten, eindringlichen Einblick in die Architektur und Stimmung der Stadt. Ein gelungener, wichtiger Ansatz, lassen sich die urbane "Stadtlandschaft" und der Post-Rock doch nicht getrennt voneinander betrachten. Beide hängen unmittelbar zusammen, bedingen einander und sind das Ergebnis einer Reihe von unterschiedlichen Strömungen und Einflüssen. Die Hintergrundmusik des Films ist dabei größtenteils instrumental und verträumt-meditativ gehalten und strahlt eine ungeheure Ruhe, Gelassenheit und leichte Melancholie aus. Einziges Manko: der Film setzt zu viel Hintergrundwissen und Vorkenntnis beim Zuschauer über Chicago und die Post-Rock-Szene voraus und hält sich deshalb auch nicht lange mit Erklärungen und Einführungen in die Thematik auf. Das erspart natürlich auch Leerlauf und Längen, einige allgemeine, einordnende Infos wären dennoch gut gewesen.

Fazit: Ruhige, verträumt-meditative Mischung aus Stadt-Porträt und Musikdokumentation über Chicago und die Post-Rock-Bewegung der 90er-Jahre, die ein gewisses Maß an Vorwissen vom Zuschauer einfordert.




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