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Kritik: Entourage (2015)

Kritiker-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 4 / 5

"Entourage" basiert auf der gleichnamigen Serie des US-Senders HBO, die von 2004 bis 2011 produziert wurde. Einer der ausführenden Produzenten war der Schauspieler und Hollywood-Superstar Mark Wahlberg. Viele Inhalte und Elemente der Serie basierten auf Wahlbergs eigenen Erfahrungen als junger, aufstrebender Darsteller in der Traumfabrik. Wahlberg hatte in der Serie auch selber immer wieder Gast-Auftritte. Das Besondere an der Kino-Version von "Entourage", der Anfang 2014 zu weiten Teilen an Original-Schauplätzten in L.A. entstand, ist, dass nahezu alle Darsteller der Serie wieder vor der Kamera versammelt werden konnten. Regie führte Doug Ellin, Erfinder des erfolgreichen TV-Formats.

In einer Mischung aus Drama- und Comedy-Elementen - wobei die komödiantischen Anteile deutlich überwiegen - lotet der Film genüsslich das Haifischbecken Hollywood aus und legt die oft eiskalten, unbarmherzigen Mechanismen und menschlichen Beziehungen dahinter offen. Das große Plus des Films ist es - wie es auch schon bei der Serie der Fall war - dass die Vorgänge und Ereignisse zu weiten Teilen auf tatsächlich Erlebtem beruhen und eben nicht den Gedanken eines Scriptwriters entspringen, der vom Stoff wenig bis keine Ahnung hat. "Entourage" zeigt die beiden Seiten Hollywoods: das Leben voller Genuss und Leichtigkeit, ausschweifender Partys auf den teuersten Booten und allerlei Reichtum und Luxus. Aber auch die anderen, die negativen Aspekte von Hollywood verschweigt der Film nicht. Im Gegenteil: er legt gar seinen Schwerpunkt darauf.

Die Probleme für Hauptfigur Vincent beginnen, als er darauf pocht, bei seinem neuesten Filmprojekt auch Regie führen zu können und mehr Mitspracherecht einfordert. Und im Verlauf dieser "Bestrebungen", zeigt sich die ganze Schattenseite der Traumfabrik: rücksichtlose, geldgeile Studiobosse und Produzenten, fehlende Eigenständigkeit, Druck und Restriktionen von Seiten der Entscheider. Und nicht zuletzt eine immer wieder glattpolierte Oberflächlichkeit und Glitzerfassade, die in extremen Maße auf Attraktivität, Reichtum und die Bekanntheit des Namens setzt. Das alles ist aber nicht so bierernst in der Umsetzung, wie es klingt. "Entourage" hat etliche Lacher, großartig platzierte, satirische Gags und vor allem dutzende augenzwinkernde Cameo-Auftritte unzähliger Hollywood-Megastars und bekannter Namen zu bieten, die fast allein schon den Eintritt wert sind: von Jessica Alba und Liam Neeson über Thierry Henry, David Arquette und Pharrel bis hin zu Warren Buffet, Jon Favreau und Armie Hammer.

Fazit: Satirische, halb-dokumentarische Dramedy über einen aufstrebenden Jung-Schauspieler in Hollywood. Die unzähligen, witzigen Gastauftritte, die gut platzierten Lacher sowie die schonungslose Offenlegung der negativen Seiten Hollywoods, machen den Film über die Maßen sehenswert.




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