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Insidious: Chapter 3 - Jede Geschichte hat einen Anfang
Insidious: Chapter 3 - Jede Geschichte hat einen Anfang
© Sony Pictures

Kritik: Insidious: Chapter 3 (2015)

Kritiker-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 3 / 5

Leider entpuppte sich der Nachfolger zum passablen Spukstreifen "Insidious" 2013 als handfeste Enttäuschung. Ein Fließbandprodukt, das den Vorgänger uninspiriert kopierte und im Finale zu einer wirren, nicht selten unfreiwillig komischen Geisterbahnfahrt verkam. Inszeniert wurde das Ganze von Genre-Fachmann James Wan ("Saw"), der noch im Erstling sein Gespür für klassisch angehauchten Grusel bewiesen hatte. Das Drehbuch zu "Insidious" und dessen Fortsetzung verfasste sein Kumpel Leigh Whannell, der auch den dritten Teil zu Papier brachte und erstmals auf dem Regiestuhl Platz nahm. Entstanden ist ein durchweg konventionell gestricktes Horrorwerk, das die Geschichte der vorangegangenen Filme im Grunde noch einmal erzählt, allerdings mit mehreren wirkungsvollen Schockmomenten aufwarten kann.

Angesiedelt ist "Insidious: Chapter 3" einige Zeit vor den Ereignissen rund um Familie Lambert, die in Teil eins und zwei von bösen Mächten aus der Geisterwelt verfolgt wurden. Deutlich mehr Augenmerk legt Whannell dieses Mal auf Medium Elise Rainier, die von Horrorfilmveteranin Lin Shaye gewohnt ausdrucksstark verkörpert wird. Trat die alte Frau in den vorangegangenen Beiträgen noch als zielstrebige, selbstsichere Expertin auf dem Gebiet der Parapsychologie in Erscheinung, wirkt sie hier zunächst gebrochen und spürbar verängstigt. Schreckliche Erlebnisse beim Übertritt ins Totenreich haben sie zu einer Aufgabe ihrer Tätigkeit gezwungen, und auch der Verlust eines geliebten Menschen macht ihr schwer zu schaffen. Gespiegelt wird diese Erfahrung in der verzweifelten Protagonistin Quinn, die den Tod ihrer Mutter bislang nicht verarbeitet hat. Schmerz und Trauer bekommen im Anfangsdrittel ausreichend Raum, sind mehr als dramaturgische Vorwände, treten jedoch in den Hintergrund, sobald Whannell die Jump-Scare-Dosis erhöht.

Spätestens nach dem folgenreichen Unfall, der Quinn ans Bett fesselt, nimmt die Schlagzahl an dämonischen Übergriffen zu. Dem Regieneuling gelingen nun einige Schockmomente, die den Zuschauer auch dann aufrütteln, wenn sie überdeutlich vorbereitet werden. Allzu ausgeklügelte Einfälle sollte man zwar nicht erwarten – annehmbares Schaudern verbreitet die Inszenierung aber schon. Erfreulich ist zudem, dass die chaotischen Geisterjäger Specs (Whannell selbst) und Tucker (Angus Sampson) anders als im misslungenen Vorgänger nur selten zu bemüht komischen Scharmützeln ausholen und das Geschehen nicht ständig zwischen Lebenswelt und Dämonenreich hin- und herspringt. Handlungstechnisch hätten dem Spuktreiben dennoch einige Überraschungen gut getan. Insbesondere im blutleeren Finale, das irgendwie keine echte Bedrohung aufkommen lässt.

Fazit: Horrorfilmprequel nach bewährtem Muster, das den enttäuschenden zweiten Teil der "Insidious"-Reihe übertrifft, allerdings nur bedingt Lust auf weitere Fortsetzungen macht.





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