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A Floresta de Jonathas - Im dunkeln Grün
A Floresta de Jonathas - Im dunkeln Grün
© Bildkraft

Kritik: A Floresta de Jonathas - Im dunkeln Grün (2012)

Kritiker-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 4 / 5

Der Filmemacher Sergio Andrade, der selbst im brasilianischen Urwald geboren und aufgewachsen ist, legt hier sein Langfilm-Debüt vor. Dabei fungierte er nicht nur als Regisseur sondern ebenso als Drehbuchautor und Produzent. Inspiriert wurde Andrade dabei von einer tatsächlichen Begebenheit. Sein Film ist ein schwelgerisches, in mystisch-poetische Bilder getauchtes Überlebensdrama, das einen jungen Mann in seinem Kampf mit der unwirtlichen, bedrückenden Natur zeigt. Dass Andrade selber im Amazonas-Gebiet aufgewachsen ist, kam dem Filmemacher beim Dreh sehr zu Gute, was sich in atmosphärischen, magischen Impressionen vom Dschungel ausdrückt.

Begê Muniz spielt die Hauptfigur nachdrücklich und sehr intensiv, ebenso Viktoria Vinyarska als reiselustige Europäerin Milly. Jonathas ist schnell sehr angetan von der Ukrainerin, fühlt sich bald stark zu ihr hingezogen. Als intensiv und lehrreich gestalten sich auch die tiefsinnigen Gespräche der Zwei, durch die Regisseur Andrade vor allem eines deutlich machen will: er will die unterschiedliche Herkunft und Sozialisierung der beiden Hauptfiguren zeigen. Auf der einen Seite der aus dem Amazonas-Gebiet stammende Naturbursche Jonathas, der nur den abgeschotteten Mikrokosmos seines kleinen Heimatdorfes in unmittelbarer Nähe zum mächtigen Regenwald kennt. Auf der anderen Seite der Stadtmensch Milly, die fasziniert ist von der rohen Kraft der sie umgebenden unwirtlichen Natur / Umwelt. Hier treffen also das Ländliche und das Städtische unmittelbar aufeinander, zwei Welten kollidieren. Dieser Unterschied wird durch die Gespräche nachhaltig deutlich.

Die zweite ganz große Stärke von "A Floresta de Jonathas": die realistische, ungemein packende Regenwald-Atmosphäre - und Dschungel-Stimmung. Der Urwald tritt hier regerecht als eigene Person auf, die durch ihre unzähligen, bunten, exotischen Pflanzen und Lebewesen ununterbrochen atmet. Wenn Jonathas verloren und verwirrt im zweiten Drittel des Films durch den Dschungel irrt, wird dem Zuschauer dessen mächtige, imposante Größe und die Lebensgefahr, in der er sich darin befindet, bewusst. Der Dschungel als Lebewesen, der den Einzelnen verschluckt.

Fazit: Magische, mystisch angehauchte Dschungel-Verbeugung und naturalistischer Überlebenskampf voller prächtiger Bilder, der die kulturellen Unterschiede der beiden Hauptfiguren ins Zentrum stellt.





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