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Die Bestimmung - Insurgent
Die Bestimmung - Insurgent
© Concorde

Kritik: Die Bestimmung - Insurgent (2015)

Kritiker-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 3 / 5

Die dystopische Fantasywelt, welche die Filmreihe "Die Bestimmung" entwirft, spielt in einer entfernten Zukunft. Eine junge Frau bekommt vom Schicksal die Aufgabe zugewiesen, gegen ein Gesellschaftssystem zu rebellieren, in dem eine machthungrige Herrscherin buchstäblich über Leichen geht. Der Schauspielerin Shailene Woodley gelang es 2014 in "Die Bestimmung – Divergent", mit ihrem athletischen Spiel eine markante neue Actionheldin in der Welt des Kinos zu etablieren. Unter der Regie von Neil Burger absolvierte sie als Beatrice Prior, kurz Tris, ein hartes Ausbildungstraining bei den kriegerischen Ferox. Dann kam Tris der machthungrigen Ken-Chefin Jeanine in die Quere, als diese die Ferox einer Gehirnwäsche unterzog und sie in einen Vernichtungsfeldzug gegen die Altruan schickte.

Auch unter der Regie von Robert Schwentke bleibt der Actioncharakter der Geschichte gewahrt, wenngleich in diesem zweiten Film das innere Drama der Heldin eine größere Rolle spielt. Ähnlich wie Katniss Everdeen in dem Film "Die Tribute von Panem – Mockingjay Teil 1" ist Tris traumatisiert und wird von schweren Selbstzweifeln geplagt. Die Odyssee zu den Fraktionen der Amite und der Candor, sowie den Fraktionslosen, auf der Tris und Tobias Mitstreiter finden wollen, verläuft sprunghaft, weil Tris innerlich hin- und hergerissen ist. Tobias hat in diesem Film hauptsächlich die Rolle des Beschützers und auch die anderen Figuren bleiben im Vergleich zu Tris relativ blass.

Den Höhepunkt des Film bilden die fünf halluzinierten Aufgaben, die Tris absolviert, um die ominöse Box zu öffnen. Sie muss die Eigenschaften aller fünf Fraktionen unter Beweis stellen und wird dabei in Trance auch mit ihren eigenen Albträumen konfrontiert. Diese Prüfungen manifestieren sich unter anderem in spektakulären, luftigen Actionszenen zwischen den Ruinen der Wolkenkratzern. Sie münden wiederholt in markante visuelle Effekte, in denen Hochhäuser oder auch ein menschlicher Körper in kleine Partikel zerbersten – wie ein vollkommen imaginiertes Gebilde.

Trotz solcher Reize wirkt der Film jedoch auch ziemlich schwerfällig. Besonders die Beziehungen und die Emotionen kommen zu kurz. So unvermittelt wie Tris ihre Meinung ändert, werden auch wichtige Neuigkeiten, etwa das Auftauchen der rätselhaften Box, einfach so in den Raum gestellt, ohne dass sich auch den Einzelheiten ein rundes, schlüssiges Ganzes formt. Der überraschende Schluss sieht die Kenner des Romans im Vorteil, denn zumindest sie müssen sich nicht erneut mit den grundsätzlichen Sinn- und Logikfragen beschäftigen, welche die Konstruktion der Geschichte an diesem Punkt aufwirft.

Fazit: Den zweiten Teil der actionreichen Sci-Fi-Fantasy nach den Romanen von Veronica Roth inszeniert Robert Schwentke vor stimmungsvoller Kulisse und mit markanten visuellen Effekten. Dennoch wirkt die Geschichte im Vergleich zum ersten Teil weniger dynamisch und auch emotional nicht ganz so ansprechend.




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