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Winterkartoffelknödel
Winterkartoffelknödel
© Constantin Film

Kritik: Winterkartoffelknödel (2014)

Kritiker-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 3 / 5

Nach "Dampfnudelblues" aus dem Jahr 2013 kommt nun die zweite Verfilmung eines Kriminalromans aus der Feder von Rita Falk in die bayerischen Kinos. Der in die heimatliche Provinz versetzte Polizist Franz Eberhofer wittert schon aus chronischer Langeweile Verbrechen, die ihm zunächst niemand glauben will. Das einzige, was den armen Mann bei Laune hält, sind die herrlichen Gerichte seiner Oma. Sie geben den Büchern und den gleichnamigen Kinokomödien ihren Titel und verweisen nebenbei auf den durchwachsenen Gemütszustand des Helden. Diesmal ist er blass wie ein "Winterkartoffelknödel", weil der Kurt Neuhofer von einem Container erschlagen wurde, als er vor seinem Haus eine Zigarette rauchen wollte.

Regisseur Ed Herzog beweist schon zum zweiten Mal ein glückliches Händchen bei der Verfilmung der humorigen Eberhofer-Fälle. Wie in den Buchvorlagen sind die Ermittlungen des Polizisten nur eines von zwei ebenbürtigen Themen. Das andere ist das Dorfleben an sich. Eberhofer ist dort nur zur Hälfte Polizist. Die Oma sieht in ihm nämlich den Enkel, der Vater den Sohn, die Wirtshausfreunde den ehemaligen Schulkameraden. Das macht es Eberhofer schwer, im Dienst ernst genommen zu werden: Die Oma schläft im Polizeiauto nach dem Großeinkauf ein und Franz steht ausgesperrt davor, der Vater kifft und geht mit Farbbeuteln zu einer Protestaktion, die Kumpel reagieren empört, wenn er ihnen von Berufs wegen Fragen stellt. Mehr noch als Eberhofer selbst ist jeder einzelne dieser Dorfbewohner ein dickköpfiges Original, das sich gerne querstellt. Das führt zu einer Fülle komischer Situationen.

Sebastian Bezzel spielt den geplagten Eberhofer herrlich komisch. Er scheint in Niederkaltenkirchen der einzige zu sein, der sich seinen Stand immer wieder mühsam erkämpfen muss. Auf introvertierte Weise ist er eher der Leidtragende, als der Auftrumpfende. Ob es sich um Omas Geburtstagsfest oder das Hündchen der reichen Mercedes, um Vaters verlorene Zehen oder die dubiosen Geschäfte des finsteren Neuhofer-Erben handelt: Eberhofer ist stets im Mittelpunkt skurriler Vorfälle und Verwicklungen. Manchmal gerät hier im zweiten Film der Verweis auf das bewährte Urige schon allzu routiniert, so dass die Situationskomik zwar reichlich, aber etwas hastig serviert wird. Aber die Komödie macht trotzdem Spaß. Man darf gespannt sein auf den nächsten Film der Reihe, der den Titel "Schweinskopf al dente" trägt.

Fazit: Die zweite Krimi-Komödie mit dem bayerischen Provinzpolizisten Franz Eberhofer aus der Buchreihe von Rita Falk erfreut wieder mit urigen dickschädeligen Charakteren in einem dörflichen Umfeld, das dem Hüter des Gesetzes gewohnheitsmäßig den Respekt versagt.





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