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Der Babadook
Der Babadook
© Central Film © Capelight Pictures

Kritik: Der Babadook (2014)

Kritiker-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 3 / 5

Das Spielfilmdebüt der australischen Regisseurin und Drehbuchautorin Jennifer Kent beginnt äußert vielversprechend und scheint den zahlreichen Vorschusslorbeeren, die die Produktion bereits einheimsen konnte, erst einmal gerecht zu werden: Mit beinahe farblosen Bildern und einem stimmungsvoll heruntergekommenen Haus als Schauplatz erzeugt "Der Babadook" eine dichte und unheilvolle Atmosphäre, die Nervenkitzel und Schrecken verspricht. Im Zentrum des Films stehen die alleinerziehende Mutter Amelia, die ihren Mann bei einem tragischen Autounfall verloren hat, und ihre sechsjähriger Sohn Samuel. Die beiden Hauptrollen sind stark besetzt und so entfaltet sich rasch eine komplexe und durchaus glaubwürdige Mutter-Kind-Beziehung.

Das Verhältnis zwischen Amelia und Samuel wird dabei ausführlich ausgelotet und erweist sich als angenehm frei von Hollywoodklischees. Während Amelia zwar alles andere als eine Rabenmutter ist, so zeigt sie sich doch auch immer wieder überfordert und sichtlich genervt von ihrem Sohn. Der wiederum fällt nicht nur durch Verhaltensprobleme auf, sondern ebenso durch seine große Ängstlichkeit. So ist es zunächst ein ganz alltäglicher Horror, auf den Kent hier blickt, bevor nach und nach die monströse Titelfigur sowie allerlei unerklärliche Ereignisse präsenter werden.

"Der Babadook" ist kein sonderlich subtiler Film, überdeutlich verweist er auf seine Subtexte und stellt mit voranschreitender Laufzeit auch seine visuellen Schockmomente immer mehr aus. Zum Finale hin verliert sich das Gruselstück dabei zunehmend in Effekthascherei und mag erzählerisch einfach nicht auf den Punkt kommen. Vieles wird wiederholt oder ist einfach bloß redundant, zudem wirkt die Mischung aus Horror, Psychodrama und satirischen Einschüben überfrachtet.

Fazit: Nach einem stimmungsvollen Einstieg verliert sich das überfrachtete Horrordrama in Effekthascherei und will erzählerisch einfach nicht auf den Punkt kommen.





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