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Two Men in Town
Two Men in Town
© Gregory Smith Tessalit-Pathé

Kritik: Two Men in Town (2014)

Kritiker-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 3 / 5

Das auf der diesjährigen Berlinale gezeigte Thriller-Drama "La voi de l'ennemie" ist ein existentielles Drama in der Tradition der Geschichten von Cormac McCarthy ("No Country for Old Men"), in dem die unwirtliche Wüstenlandschaft die unerbittliche Realität des Lebens widerspiegelt. Immer wieder sieht man einzelne Menschen, die inmitten der öden Weite der Wüste fragil und verloren erscheinen. Dies ist ein Charakterdrama, in welchem die äußere Kriminalhandlung zum Katalysator für die inneren Kämpfe des Protagonisten wird. Der von Forest Whitaker hervorragend gespielte William Garnett verliert seine anfängliche schier grenzenlose Freude über die neugewonnene Freiheit schon bald. Er muss erkennen, dass jeder in ihm nach wie vor den alten Verbrecher sieht und ihm deshalb das Leben so schwer, wie möglich macht. So wird nicht nur sein neuer Glauben auf eine harte Probe gestellt, sondern auch sein äußerst impulsiver Charakter.

Der Sheriff versucht gezielt Garnett zu provozieren, um dessen geringe Geduld auszunützen. Die Rolle des fiesen Bullen ist eine der besten für Harvey Keitel seitdem er den titelgebenden "Bad Lieutenant" (1992) in Abel Ferraras Meisterwerk verkörpert hat. Luis Guzmán ("Carlito's Way") ist mit seiner Verbrechervisage sowieso auf entsprechende Rollen abonniert. Doch obwohl alle Figuren in "La voi de l'ennemie" für ganz klare Charaktere stehen, sind sie zugleich recht vielschichtig und haben Ecken und Kanten. So benimmt sich der Sheriff zwar Garnett gegenüber wie ein echter Schweinehund. Doch zugleich trauert er um die toten illegalen Einwanderern und verbietet dem Lynchmob jede Selbstjustiz. Garnetts Bewährungshelferin wiederum hat nicht nur ein gutes Herz, sondern auch ein kleines Alkoholproblem und Garnetts neue Freundin, will anfangs lieber ihr ruhiges Leben weiterführen, als das Risiko einzugehen sich auf Garnett einzulassen.

Fazit: "La voi de l'ennemie" ist eine gelungene Verbindung aus Thriller und Charakterdrama. Der Film ist in der öden, existentialistischen Welt des Autors Cormac McCarthy angesiedelt, erreicht jedoch nicht dessen Radikalität und Kraft.





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