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Das Mädchen Hirut
Das Mädchen Hirut
© Alamode Film

Kritik: Das Mädchen Hirut (2014)

Kritiker-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 2 / 5

Dass die wahre Geschichte von Hirut und ihrer engagierten Anwältin Meaza Ashenafi erzählenswert ist, davon ist nicht nur der äthiopische Regisseur und Drehbuchautor Zeresenay Berhane Mehari überzeugt, sondern auch Hollywood-Star Angelina Jolie. Die US-amerikanische Schauspielerin hat "Das Mädchen Hirut" nämlich koproduziert und dürfte mit ihrem Namen wohl auch dafür sorgen, dass die Low-Budget-Produktion einige Aufmerksamkeit erfährt. Das ist erst einmal lobenswert, denn so wird Meharis Film einer breiten Öffentlichkeit zugänglich und seine zweifellos wichtige Botschaft wird wohl weit über die Grenzen Äthiopiens hinaus Gehör finden.

Da dieses Plädoyer für Frauenrechte allerdings in Form eines Kinofilms verbreitet wird, gilt es nicht nur die Relevanz der Botschaft zu beurteilen, sondern in erster Linie die spezifische Umsetzung als Spielfilm. Und an dieser Stelle gibt es leider nicht mehr allzu viel zu loben, denn mehr als solide Standardware bietet "Das Mädchen Hirut" zu keinem Augenblick. Während die äthiopische TV-Darstellerin Meron Getent die Menschenrechtsaktivistin Meaza Ashenafi durchaus überzeugend verkörpert, sind die schauspielerischen Fähigkeiten des restlichen Casts deutlich beschränkt, vor allem die junge Hauptdarstellerin Tizita Hagere wirkt von ihrer Rolle überfordert.

Deutliche Schwächen lassen sich zudem auch in anderen Bereichen des Films ausmachen: Das Drehbuch erzählt seine Geschichte erschreckend flach und frei von Ambivalenzen, während die uninspirierte Inszenierung den Eindruck einer plakativen Lehrstunde nur noch verstärkt. Ohne Gespür für das richtige Timing entfaltet Mehari so seine wenig unterhaltsame Lektion in Sachen Frauenrechte, die vor erzählerischen Mängeln sowie Plotlöchern nur so strotzt.

Fazit: Das durchaus interessante und wichtige Thema findet in dieser äthiopischen Low-Budget-Produktion leider zu keiner überzeugenden filmischen Form. Überforderte Darstellern, ein flaches Drehbuch und die uninspirierte Regie machen "Das Mädchen Hirut" zu einem zweifelhaften Vergnügen.





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