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Feuerwerk am helllichten Tage
Feuerwerk am helllichten Tage
© Weltkino Filmverleih

Kritik: Feuerwerk am helllichten Tage (2014)

Kritiker-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 4 / 5

"Black Coal, Thin Ice" ist ein sehr gelungenes chinesisches Thriller-Drama, das auf der diesjährigen Berlinale überraschenderweise sogar mit dem Goldenen Bären für den besten Film ausgezeichnet wurde. Dabei konnte sich der Kriminalfilm unter anderem gegen Richard Linklaters über einen Zeitraum von zwölf Jahren gedrehtes und bereits als Favoriten gehandeltes Drama "Boyhood" durchsetzen. Dies war auch insofern eine folgerichtige Entscheidung, da das chinesische Genrekino auf der 64. Berlinale mit durchgehend starken Beiträgen auffiel. Genreaffine Filmfans sollten dieses Land also ab sofort definitiv im Auge behalten. Vielleicht bahnt sich hier gerade nach Filmen aus Japan und Korea die dritte extrem starke Genrefilmwelle aus Fernost an.

Das soll jetzt nicht bedeuten, "Black Coal, Thin Ice" wäre nur als ein chinesischer Genrefilm gut. Der Film ist ein sehr starkes Thriller-Drama in seinem eigenen Recht, von dem man annehmen kann, dass es nicht so schnell vergessen wird. Der düstere Kriminalfilm verbindet geschickt Elemente des Film noir und des Giallo und reichert diese um eine ganz eigene Sensibilität an. Dies ist eine stilisierte Welt der gefährlichen Großstadtnächte, in denen man vor geheimnisvollen Femme fatales und bizarren Mördern auf der Hut sein muss. Hierbei glänzt Liao Fan in der Rolle des versoffenen Ex-Polizisten Zhang Zili. Doch im Gegensatz zu seinen westlichen Vorbildern, ist der Film trotz aller visuellen Stilisierung zugleich viel geerdeter und atmet die besondere Atmosphäre der gezeigten nordchinesischen Kleinstadt. Hierzu passt eine ausgeprägte Lässigkeit, die sich exemplarisch in einer wunderschönen Abschiedssequenz offenbart.

Fazit: "Black Coal, Thin Ice" ist ein sehr gelungener düsterer, stilisierter und zugleich geerdeter Kriminalfilm aus Fernost.




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