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Die Highligen drei Könige
Die Highligen drei Könige
© Sony Pictures

Kritik: Die Highligen drei Könige (2015)

Kritiker-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 4 / 5

Die Saison der Weihnachtsfilme wird heuer mit einer deftigen Buddy-Komödie, die an Heiligabend spielt, eingeläutet. Zunächst klingt der Plot suspekt, als halte das Fest nur als fadenscheiniger Rahmen für eine neue Sause im Stil von "Hangover" her. Das stimmt zwar formal auch, aber unter der Regie von Jonathan Levine ("50/50: Freunde fürs (Über)Leben") schlägt die Komödie aus dem Kontrast der Weihnachts- und der Partyexzess-Klischees sprühende Funken. Die satirischen Brechungen sozialer Gewohnheiten, auch der im Hollywoodfilm vermittelten, sind zum Teil kühn wie im Rauschzustand. Auch wie sich das Darsteller-Trio Gordon-Levitt, Rogen und Mackie verbal hochschaukelt und das Herumschlingern der Charaktere harmonisch aussehen lässt, hebt die Laune.

Ethan, Isaac und Chris werden in einem Jahr nicht mehr über die Stränge schlagen können, als wären sie noch in den Zwanzigern. Die Karriere oder die Familie gestatten ihnen künftig allenfalls ein paar Gläschen vor dem Weihnachtsbaum, aber definitiv keinen Drogenrausch mehr in irgendwelchen Kneipen. Diese Zukunftsaussicht macht vor allem Ethan Angst, der seinen Weg im Leben noch nicht gefunden hat. Aber auch Isaac und Chris, die sich so erfolgreich geben, hadern insgeheim mit Ängsten und Lügen. Heiligabend wird die Nacht der Erkenntnisse. Viel wichtiger aber ist aus komödiantischer Sicht die ganz konkrete Handlungsebene: In den Abenteuern des Trios geraten die guten Sitten und Bräuche in starke Bedrängnis. Kaum zu glauben, was alles passieren kann, wenn ein Mensch unter Drogen im weihnachtlichen Gottesdienst sitzt. Selbst ein Weihnachtswunder wird heraufbeschworen, nur kommt es ganz unheilig bekifft in Gestalt eines hellseherischen Dealers (Michael Shannon) daher, der den Freunden seine Joints in den blumigsten Worten anpreist.

Es fehlt auch nicht an Ekelszenen, aber die Atmosphäre bleibt insgesamt heiter und prickelnd. Isaac mutiert schnell zum abschreckenden Beispiel für Drogenmissbrauch und sieht bereits vor Beginn des "Nutcracka Balls" aus wie ein Irrer, der einen Notarzt braucht. Selbst der Brauch, sich öffentlich einen Heiratsantrag zu machen, kommt hier nicht ungeschoren davon. Miley Cyrus begleitet diese peinliche Nummer musikalisch mit einem herrlich satirischen Gastauftritt. Und wenn es dann so richtig hoch hergeht, sorgt James Franco für sexuelle Aufregung. Das witzige Spiel mit Provokationen und aufeinanderprallenden Kontrasten wird von weihnachtlichen Evergreens stimmungsvoll garniert. So nimmt der unverzagte, pfiffige Kinospaß dem gefühlsbeladenen Fest viel von seinem Schrecken, ohne die Vorfreude zu schmälern.

Fazit: Die Buddy-Komödie erfreut mit einem frech durchgeschüttelten Weihnachts-Cocktail aus ein paar guten Sitten und vielen schlechten Gewohnheiten. Sie beweist treffsicher und sehr vergnüglich, dass es der Partylaune an Heiligabend nicht schadet, wenn mit Klischees ruppig umgesprungen wird.




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