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Kings of Kallstadt
Kings of Kallstadt
© barnsteiner-film

Kritik: Kings of Kallstadt - Ein Film über Dorfliebe und Größenwahn (2013)

Kritiker-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 4 / 5

Gibt es ein besonderes Kallstadt-Gen, das den ungeheuren Erfolg gleich zweier aus dem kleinen Ort stammender Familien von Auswanderern erklärt? Donald Trump hat den alten Heimatort seiner Großeltern zwar noch nie besucht. Er ist sich jedoch ganz sicher, dass sein Erfolg an der besonderen Verbindung von Energie und Smartness liegt, welche den Menschen in diesem Ort bereits in den Genen liege. Die redseligen Kallstadter selbst sind sich ebenfalls sicher, dass ihre weltoffene charmante Art bei den Amerikanern gut angekommen ist. Aber die meisten von ihnen kämen selbst gar nicht auf die Idee auszuwandern. Schließlich sind sie eine eingeschworene Gemeinschaft. In Kallstadt gibt es ca. 1,3 Vereinsmitgliedschaften pro Kopf. Da kommt so schnell keine Langeweile auf. Außerdem bietet der Ort jede Menge an Sonne und an Wein. Nicht zu vergessen die örtliche Spezialität "Kallstadter Saumagen". Eine Kallstadterin klärt auf: "Nur in Kallstadt gibt es Kallstadter Saumagen, also nicht pfälzischer Saumagen, sondern Kallstadter."

Simone Wendel gelingt mit "Kings of Kallstadt" eine sehr kurzweilige Dokumentation, die interessante historische Details mit jeder Menge an amüsanten Anekdoten verknüpft. Anregende Kontraste entstehen durch die Gegenüberstellungen wie dem erhabenen Blick auf den Central Park aus dem 26. Stock des Trump Tower heraus und der Ansicht des kleinen Hauses von Trumps Großeltern in Kallstadt. Zusammengeführt werden beide Welten in dem Bild der in rote Heinz-Ketchup-Regencapes gekleideten Kallstadter Delegation vor den Niagarafällen oder mit aufblasbarem Saumagen auf der Steuben-Parade in New York. Ob es tatsächlich ein enormen wirtschaftlichen Erfolg begünstigendes Kallstadt-Gen gibt, kann bis zum Ende zwar nicht abschließend geklärt werden. Aber auf jeden Fall zeichnen sich tatsächlich sowohl die amerikanischen Nachkommen der Auswanderer, als auch die in der Pfalz verbliebenen Kallstadter durch ihre gewinnende offenherzige Art aus. - Eine Frau verrät sogar, wie sie Ketchup macht.

Fazit: "Kings of Kallstadt" ist ein sehr unterhaltsamer Film, der die Bewohner des kleinen pfälzischen Winzer-Orts den amerikanischen Nachkommen von Exil-Kallstadtern, wie dem "King of New York" Donald Trump gegenüberstellt.





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