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Kritik: G.B.F. (2013)

Kritiker-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 3 / 5

Regisseur Darren Stein hat eine typische Highschoolkomödie inszeniert – beinahe: Denn ihre Standardthemen Freundschaft, Ansehen, soziale Hierarchien und erste Liebe kreisen hier um zwei schwule Schüler. Deren Coming-Out wird weniger von ihnen selbst, als von den drei angesagtesten Mädchen der Schule herbeigesehnt, weil es so unglaublich cool wäre, einen Gay Best Friend zu haben. Tanners unfreiwilliges Outing katapultiert ihn an die Spitze der Schulhierarchie, weil ihm plötzlich alle drei weiblichen Idole nicht mehr von der Seite weichen. So wird die Komödie zur gutgelaunten Satire, die munter mit Klischees und ideellen Gegensätzen jongliert.
Tanner war es stets gewohnt, möglichst unauffällig durch den Schulalltag zu schleichen. Das ist nun passé. Die Gay Student Alliance will ihn zu ihrem dringend benötigten Mitglied machen, was aber Fawcett, Caprice und 'Shley gar nicht förderlich für sein und ihr eigenes Image finden. Sie zerren Tanner von einer Boutique zur nächsten und stylen ihn komplett um. Fawcett will auch, dass Tanner sie berät, weil Schwule ja bekannt dafür seien, die neuesten Trends aufzuspüren. Die Mormonin 'Shley, die einen Freund hat, will von Tanner ein wenig Aufklärung darüber, was Männern im Bett Spaß macht. Je näher der Abschlussball rückt, desto stärker wächst die Rivalität zwischen den It-Girls an Tanners Seite, denn zur Prom-Queen kann nur eine gekürt werden. Die Abschlussball-Hysterie wird im Film genüsslich auf die Spitze getrieben, indem es plötzlich zwei konkurrierende Bälle gibt. Im Zentrum der Geschichte steht aber Tanners Erleben: Einerseits genießt er seine neue Prominenz und die Gesellschaft der angesagten Mädchen, andererseits aber registriert er sehr wohl, dass er für sie nur eine Art Maskottchen ist. Auch außerhalb der Schule entsteht lustige Situationskomik, denn Tanners Eltern und Brents Mutter gehen mit der Homosexualität ihrer Söhne auf ganz unerwartete Weise um.
Der leicht überdrehte Tonfall der Komödie und die ausgelassene Spiellaune der Darsteller bilden einen besonderen Reiz. Allein schon Fawcett, 'Shley und Caprice lassen kein Klischee darüber aus, wie hart die Spitze des sozialen Schulrankings verteidigt werden muss. Die gnadenlose Hackordnung an der Highschool wird im Verlauf der Komödie munter durchgeschüttelt, indem sich die unwahrscheinlichsten Koalitionen bilden. Das ist nicht immer gleich spannend, sondern ufert manchmal ins Alberne oder auch nur Belanglose aus. Insgesamt jedoch stellt der Film mit seinem Schwung und seiner Ironie eine der besseren Highschoolkomödien dar.

Fazit: Die Highschoolkomödie jongliert schwungvoll mit Klischees über Homosexualität und die soziale Hackordnung im Mikrokosmos einer Lehranstalt. Die Spiellaune der Darsteller und der satirische Ton der Geschichte mildern Unebenheiten im Spannungsbogen ab.





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