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Supermensch - Wer ist Shep Gordon?
Supermensch - Wer ist Shep Gordon?
© RADiUS-TWC

Kritik: Supermensch - Wer ist Shep Gordon? (2013)

Kritiker-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 4 / 5

Es gibt wenige Persönlichkeiten, die derart viele Prominente, Musiker und Schauspieler persönlich kennen und wohl keinen zweiten Manager in der Welt, der so viele unterschiedliche Sänger, Sängerinnen und Bands über Jahre so erfolgreich betreut hat wie er: Shep Gordon. Von diesem Shep Gordon, einem der einflussreichsten und erfolgreichsten Talent-Förderer und Künstler-Manager aller Zeiten, handelt die Doku "Supermensch", die gleichzeitig auch das Filmdebüt von Star-Komiker Mike Myers darstellt. Auf unterhaltsame Art und Weise stellt Myers das unglaubliche Leben des flamboyanten und exzentrischen Shep Gordon in den Mittelpunkt einer informativen, erheiternden Dokumentation, die mit Hilfe von beeindruckenden Fotos und Originalaufnahmen auch einer längst vergangenen, wilden Zeit huldigt, in der alles möglich schien.

Mike Myers beweist mit "Supermensch", dass er nicht nur ein ausgezeichneter Schauspieler und Comedian ist, sondern auch etwas von handwerklich sauberen Dokumentationen versteht. Myers bedient sich der klassischen Dokufilm-Elemente und -Stilmittel, um ein umfang- und facettenreiches Bild von eben diesem "Übermenschen" Shep Gordon zu kreieren: ausführlichen Interviews und Gesprächen mit befreundeten oder von Gordon betreuten Künstlern und Promis, fügt er eine ganze Reihe an heiteren Original-Videoaufzeichnungen und Fotos an. Myers hat das Glück, dass nicht gerade wenig Archiv-, Bild- und Videomaterial über Gordon existiert, dessen er sich für seinen Film bedienen kann. Natürlich kommt der Porträtierte auch selbst zu Wort und er hat seine, für den Zuschauer unübersehbare, Freude daran, von den kuriosen Ereignissen seines verrückten Lebens berichten und ausgewählte Geschichten zum besten zu geben.

So erfährt der Zuschauer etwa, wie Gordon seinem Schützling Teddy Pendergrass nach einem Unfall am Krankenbett die Nachricht überbringen musste, nie wieder laufen zu können; wie er beim Filmfestival von Cannes das erste Mal auf Sharon Stone traf und bald eine mehrjährige Beziehung mit ihr einging oder dass er einmal persönlich für den Dalai Lama kochen durfte. Dabei ist jedoch nicht immer hundertprozentig klar, ob sich das von Gordon Berichtete auch exakt so abgespielt hat. An einer Stelle des Films gibt der Manager daher auch ganz freimütig zu, dass er während vieler der dargebotenen Begebenheiten schlicht nicht nüchtern war.

Eine Stärke des Films sind die unterhaltsamen Promi-Interviews, die auch großen Raum im Film einnehmen. Dabei gelang es Regisseur Myers, viele ehemalige Weggefährten Gordons, vor der Kamera zu versammeln, z. B. Michael Douglas, Sylvester Stallone oder Willie Nelson. Einzig könnte man dem Fim ankreiden, dass er ein allzu positives Bild von Gordon zeichnet und die negativen, traurigen Aspekte in dessen Leben – von denen es wohl auch einfach kaum welche zu geben scheint – außer Acht lässt.

Fazit: Äußerst unterhaltmes, erhellendes Film-Debüt mit einer Unmenge an kuriosen Geschichten und Anekdoten über einen der erfolgreichsten Manager aller Zeiten.





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