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Coherence
Coherence
© Oscilloscope Laboratories

Kritik: Coherence (2013)

Kritiker-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 3 / 5

Das sich mit den Themen Realitätsverlust, Metaphysis und Wahrnehmungsstörung beschäftigende Science-Fiction-Drama ist der erste abendfüllende Film von James Ward Byrkit, dem nur ein geringes Budget zur Verfügung stand. Das sorgte dafür, dass Byrkit den Film in seinem eigenen Haus drehen ließ und lediglich verwackelte Handkameras nutzte. Dies verleiht dem Film eine enorme Unmittelbarkeit und der Zuschauer fühlt sich mitten ins Geschehen hineinversetzt. Seine Premiere erlebte das anspruchsvolle Werk auf dem Fantasy-Filmfest in diesem Jahr in Austin, Texas. Weitere internationale Filmfeste folgten. "Coherence" gefällt durch seine authentische Bildsprache und überzeugenden (Laien-) Darsteller, die ihre Dialoge größtenteils improvisierten. Der Film beginnt stark, verliert sich aber am Ende ein wenig in immer kruderen, unglaubwürdigen Wendungen und Story-Twists.

Durch die Verwendung von Handkameras bekommt der Film einen realistischen Look und eine unmittelbare, fast dokumentarische Stimmung bzw. Atmosphäre, die zudem dafür sorgt, dass sich der Zuschauer mitten ins Geschehen hineinversetzt fühlt. Man wähnt sich schon bald inmitten der illustren Abend-Runde und fühlt sich als Teil der Freunde, die im Privathaus des einen immer unerklärlichere, zunehmend rätselhafte Ereignisse verarbeiten müssen. Glaubwürdig agieren zudem die Darsteller, zum Teil ungelernte Schauspieler. Durch die improvisierten Dialoge erhält der Film eine zusätzliche Spannungsnote, da die Schauspieler - ebenso wie der Zuschauer - nicht wissen, was als nächstes passiert und wie sich die Handlung weiter entwickeln wird. Schließlich verzichtete Regisseur Byrkit weitestgehend auf ein Drehbuch und das tut dem Film gut.

Auch gelungen ist, dass im Laufe der Story immer mehr vergangene, amouröse Vorkommnisse und Affären der Freunde untereinander bekannt werden und mit der eigentlichen Thematik des Films - mysteriöse Vorfälle jenseits von Logik und Realität - verschmelzen. Falls dieser Aspekt bzw. diese Plot-Einsprengsel nicht im Vorfeld des Films feststanden sondern der Improvisation der Darsteller geschuldet sind, hat es man hier wohl mit einigen der talentiertesten Improvisations-Künstler zu tun. Ein wenig schade ist, dass der Film mit zunehmender Dauer an Klasse verliert, was vor allem an den immer abstruseren und unglaubwürdigeren Handlungsverläufen und Wendungen liegt. Damit büßt der Film letztlich auch an Spannung ein, da man die ins Unrealistische und fast schon unglaubwürdig Komische abdriftende Geschichte irgendwann nicht mehr für voll nehmen kann.

Fazit: Gelungen gespieltes Indie-Science-Fiction-Drama in authentischem Look und mit interessanter Metabenen-Thematik, das am Ende zu sehr ins Unglaubwürdige und Diffus-abwegige abdriftet.





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