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Gefällt Mir
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© take25 Pictures GmbH © Fotos von Kai Westensee und Dirk Jacobs

Kritik: Gefällt Mir (2014)

Kritiker-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 1 / 5

"Gefällt mir" ist ein unabhängig produzierter deutscher Psychothriller, der Filme wie David Finchers "Sieben" zum Vorbild hat. Im Film zeigt Autor und Regisseur (Es ist ein Fehler aufgetreten) was passieren kann, wenn ein psychopathischer Killer sich ein bekanntes soziales Netzwerk für die Opfersuche zu Nutze macht. Zur Finanzierung ihres Projektes verzichteten die Gebrüder Pate von vornherein auf Filmförderungsgelder und versuchten stattdessen, das benötigte Budget über Crowdfunding zusammenzubekommen. Durch einen schnell um den Film herum entstandenen Hype kamen letztendlich wesentlich mehr Geldgeber zusammen als erhofft. Zudem bekundeten viele relativ namhafte Schauspieler Interesse an einer Mitarbeit. Am bekanntesten ist vielleicht Tobias Schenke ("Knallharte Jungs", 2002), der im Film den Polizisten Alex spielt.

Von seiner handwerklichen Seite her ist das Ergebnis streckenweise durchaus solide ausgefallen. Michael David Pates Inszenierung gelingt es gerade in den Nachtszenen oftmals durch eine expressive Farbgebung und einen passenden Electro-Score eine gelungene Thriller-Atmosphäre herzustellen. Doch darüber hinausgehend muss leider festgestellt werden, dass "Gefällt mir" seinem Titel keineswegs gerecht wird und ganz sicherlich nicht dazu führen wird, dass der deutsche Genrefilm mehr Aufmerksamkeit erhält. Denn trotz soliden technischen Handwerks dominiert der Eindruck eines großen Dilettantismus, bei dem sich die Filmemacher auch nicht auf die übliche Ironie-Schiene berufen können. Bauschmerzen verursacht insbesondere das Drehbuch, das wie eine erste Skizze wirkt. Das Geschehen ist zu gleichen Teilen unoriginell und lächerlich.

Am schlimmsten sind die unterirdischen Dialoge, die höchsten aufgrund ihrer unfreiwilligen Komik zu unterhalten vermögen. Doch spätestens, wenn die den "Fleischer" jagende Person als "Fleischer-Fleischer" tituliert wird, ist es mit dem Spaß vorbei. Leider ist dies kein Einzelfall, sondern nur ein Beispiel für zahllose weitere unfreiwillige Stilblüten, über die man lieber das schützende Deckmäntelchen des Schweigens ausbreiten mag. Dass ein Psychothriller wie "Gefällt mir" aus Deutschland durchaus sehenswert sein kann, hatte bereits Robert Schwentke mit "Tattoo" bewiesen. Der enthält zwar auch einige selten dämliche Texte, aber im Vergleich zu "Gefällt mir" sind selbst die noch oscarwürdig...

Fazit: Daumen runter für "Gefällt mir".





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