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Die Legende von Prinzessin Kaguya
Die Legende von Prinzessin Kaguya
© Universum Film © 24 Bilder

Kritik: Die Legende von Prinzessin Kaguya (2014)

Kritiker-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 4 / 5

"Die Legende von Prinzessin Kaguya" beruht auf einem 1000 Jahre alten japanischen Volksmärchen, dass dort nahezu jeder kennt. An die filmische Umsetzung des Kulturguts machte sich der japanische Anime-Regisseur und Zeichentrick-Visionär Isao Takahata, einer der Mitbegründer des legendären Zeichentrickfilmstudios "Ghibli", das für Anime-Klassiker wie z.B. Prinzessin Mononoke, Chihiros Reise ins Zauberland verantwortlich ist. Mit "Die Legende...", für das Takahata und sein Team über acht Jahre Produktionszeit benötigte, verabschiedet sich der Regisseur auch vom aktiven Filmgeschäft. Mit ihm verlässt ein (bereits fast 80-jähriger) Magier der animierten Bilder die große Bühne, der mit seinen phantastischen Stoffen und faszinierenden Bilderwelten seit den frühen 60er-Jahren wirkte. Mit "Die Legende von Prinzessin Kaguya" gelingt ihm ein traumhaft animierter, liebevoller Abschieds-Trickfilm, der für Groß und Klein gleichermaßen geeignet ist.

Mit seinem neuen Film erzählt Takahata die ganz universelle Geschichte von einem Mädchen, das sich zwischen dem eigenen Glück und angestrebtem individuellen Lebensweg und den an sie gerichteten Erwartungen von außen entscheiden muss. Zum einen will es die junge hübsche Prinzessin ihren Eltern, die so viel für sie geopfert haben, recht machen, auf der anderen Seite spürt sie, dass sie der goldene Käfig des Prinzessinnen-Daseins (zumindest auf die Schnelle) nicht glücklich machen wird. Hier schneidet der Film bzw. das beliebte Volksmärchen ein ureigenes japanischen "Thema" an, nämlich das der Fügsam- und Gehorsamkeit gegenüber der Obrigkeit, in diesem Fall gegenüber den Eltern.

Mit der Prinzessin können sich vor allem die kleinen Zuschauer gut identifizieren, mit den durch den Film vermittelten Werten und ehrbaren "japanischen" Botschaften (Bravheit, Gehorsam etc.) werden eher die Erwachsenen angesprochen, insofern eignet sich der Film für Beide hervorragend. Vorausgesetzt, die kleinen Zuschauer bringen bei einer Laufzeit von fast 140 Minuten genügend Sitzfleisch mit.

Das Atemberaubende an dem Film ist jedoch ganz klar seine visuelle bzw. tricktechnische Umsetzung. Die Animationen brechen mit den heutigen Sehgewohnheiten und bieten alles andere als kunterbunte, flippige und actiongeladene Bilder, wie sie in den Animationsfilmen bekannter Hollywood-Studios gängig sind. Vielmehr zeichnen sich die ausgewogenen, tuscheähnlichen Bildkompositionen durch eine enorme Wärme, Ruhe und Sanftheit aus. Wie für die aufwendige Tusche-Technik üblich - die in Japan zudem eine uralte Tradition besitzt - legt die Visualisierung von "Die Legende von Prinzessin Kaguya" seinen Schwerpunkt auf poetische, harmonische Landschafts- und Naturbilder. Hier lohnt es sich, auf die unzähligen, liebevoll in die Szenerie eingefügten Naturspielereien und Details zu achten.

Fazit: Bestechend animierte, mit harmonischen, warmen Bildern versehene Trick-Version eines der beliebtesten japanischen Volksmärchen.





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