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Die große Reise des Akkordeons
Die große Reise des Akkordeons
© Basis-Film

Kritik: Die Reise des Akkordeons (2013)

Kritiker-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 4 / 5

Um eines der wichtigsten Musikinstrumente in der heutigen klassischen Musik dreht sich alles in Rey Sagbinis unterhaltsamer und engagierter Doku "Die große Reise des Akkordeons". Der Filmemacher begleitet drei kolumbianische Musiker auf ihrer Reise in die deutsche Provinz, zum Ursprung des Akkordeons. Bei diesem Kulturschock kommt es zu allerlei witzigen Momenten, die der Film gekonnt einfängt. "Die große Reise des Akkordeons" ist ein heiterer, luftig-leichter Film, der auch aufzeigt, wie spielend leicht Musik in der Lage ist, kulturelle und sprachliche Barrieren zu überwinden.

Im Zentrum des Films stehen die drei kolumbianischen Musiker Manuel, Dionisio und Jairo, deren größter Wunsch es ist, einmal im Leben den größten Akkordeon-Wettbewerb Kolumbiens in Valledupar zu gewinnen. Die Musik, die dort gespielt wird, ist der an der Atlantikküste Kolumbiens vorherrschende "Vallenato". Hierbei handelt es sich um eine jahrhundertealte klassische Musikform, die von einen Ensemble aus Akkordeon, Caja-Trommel und Güira (eine Art Schlaginstrument) vorgetragen wird. Die Musiker nahmen bereits bis zu 16 Mal an diesem Wettbewerb teil, aber jetzt soll endlich der Sieg her. Bevor es jedoch zur Teilnahme am nächsten Wettbewerb kommt, steht erst noch eine Reise nach Europa an. Die drei Musiker erhielten eine Einladung nach Trossingen im Schwarzwald, in der Nähe von Freiburg. Die dort ansässige berühmte Trossinger Musikschule sowie das renommierte Hohne-Akkordeon-Orchester haben die Einladung ausgesprochen. Sie wollen Manuel, Dionisio und Jairo persönlich kennenlernen und Ihnen Glück für den anstehenden Wettbewerb wünschen.

Gesagt, getan. Bereits wenig später sitzen die drei südamerikanischen Freunde im Flieger auf dem Weg ins weit entfernte Deutschland. "Die große Reise des Akkordeons" ist immer nah bei seinen Protagonisten und hält die unzähligen komischen "Culture-Clash"-Momente, die den Film ohne Frage ausmachen, auf Zelluloid fest. Das fängt bereits damit an, dass die Drei gleichermaßen erschrocken wie angetan sind, als sie diese kalte, wässrige Masse anfassen. Die Freunde sehen zum ersten Mal in ihrem Leben Schnee. Einer der Drei probiert dann auch gleich etwas davon, jedoch scheint es ihm nicht sonderlich zu schmecken. Weitere witzige Szenen spielen sich z.B. beim Einkaufen ab, wenn Manuel an der Supermarktkasse CD's von Schlagerkünstlern wie Heino entdeckt, oder sich darüber wundert, wie in Deutschland die Einkaufswagen draußen vor dem Supermarkt wie Ketten miteinander verbunden sind.

Schön ist auch jener Moment, wenn Manuel, Dionisio und Jairo in der Trossinger Musikschule ankommen und endlich die Geburtsstätte des Akkordeons besuchen können. Das Fachsimpeln mit den dortigen Mitarbeitern gehört dabei natürlich ebenso dazu wie das gemeinsame Musizieren. Gegen Ende des Films schleicht sich dann auch die ein oder andere Ermüdungserscheinung (sowohl bei den Protagonisten als auch beim Zuschauer) ein, was der fröhlichen Stimmung des Films aber keinen Abbruch tut.

Fazit: Eine heitere, fröhliche Reise zu den Wurzeln des Akkordeons. "Die große Reise des Akkordeons" ist ein ebenso harmloser wie spaßiger Film über einen deutsch-kolumbianischen "Culture-Clash"




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